5 Tage voll Diskussionen, Fortbildung und Austausch – mit Genoss:innen aus ganz Österreich und Deutschland. Das ist der Plan für die Junge Linke Sommerwerkstatt 2025. Zu kurz kommen, wird selbstverständlich auch nicht der Spaß.
Melde dich gleich an und sei dabei!
Wann & Wo?
13.-17. August 2025
Brežice, Slowenien
Unkosten
- 90 Euro reduzierter Beitrag
- 160 Standardbeitrag
- 190 kostendeckender Beitrag
- 290 Solidaritätsbeitrag
Anmeldung
Eine Anmeldung ist möglich bis 30. Juni.
Die Teilnehmerzahl ist leider beschränkt. Finale Zusagen, können wir daher erst nach Ende der Anmeldefrist geben. Teilnahmeplätze werden bevorzugt an Führungskräfte von Junge Linke vergeben.
Programm
Einleitung: Krise der Linken – Freiheit, Spaltung, Neubegründung
Die Linke ist weltweit in der Krise: schwach, orientierungslos, oft rückwärtsgewandt. Die Sommerwerkstatt 2025 stellt sich der Frage, wie wir aus dieser Situation herauskommen – theoretisch, strategisch, praktisch.
Am ersten Tag geht es um das Ziel: die Verwirklichung von Freiheit. Ausgehend von Marx fragen wir, worin die blockierten Potenziale des Kapitalismus liegen – und wie sie freigesetzt werden könnten.
Der zweite Tag widmet sich den ideologischen Spaltungslinien der Klassengesellschaft – Antisemitismus, Rassismus und Patriarchat – und ihrem Verhältnis zur kapitalistischen Struktur.
Der dritte Tag schließlich bringt die Gegenwart in den Blick: die ungelöste Geschichte des linken Scheiterns, das beschädigte Subjekt – und die Frage, was eine sozialistische Partei heute bedeuten kann.
Workshops Tag 1
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Tobias Schweiger (KPÖ-Bundessprecher)
Erin Hagood (President of the Platypus Affiliated Society, US) (english)
Nora (Leitung Platypus-Lesekreis Wien) |
Freiheit und Entfremdung bei Marx„Die Wurzel für den Menschen ist aber der Mensch selbst.“ -Karl Marx Marx arbeitet heraus: Es ist das Potenzial zur Freiheit, das den Menschen zum Menschen macht. Und doch lebt der Mensch heute in Knechtschaft. Die Gegenwart ist somit „falsch“ in dem Sinne, als sie den Menschen in seiner Entwicklung hemmt. Hieraus entspringt die Notwendigkeit der Revolution. Im Rahmen dieses Workshops wollen wir uns Marx eben angerissene Analyse in Ruhe erarbeiten. Wollen nachvollziehen, wieso der Mensch heute frei und unfrei gleichzeitig ist und welche politische Perspektive Marx Freiheitsbegriff uns mit auf den Weg gibt. Gemeinsam denken wir über die Voraussetzungen für radikale Veränderung nach. Ziel ist kein fertiges System, sondern ein geschärfter Begriff der Freiheit – als offene politische Aufgabe. Der Workshop wird von drei Personen gestaltet, die jeweils eigene Perspektiven und inhaltliche Schwerpunkte einbringen – zwei Sessions finden auf Deutsch, eine auf Englisch statt. Die Zugänge unterscheiden sich in Fokus und Herangehensweise und eröffnen so ein breiteres Spektrum an Fragen und Reflexionen.
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Workshops Tag 2: Ideologie & Materie
Was die Welt zusammenhält, trennt zugleich die Klasse. Antisemitismus, Rassismus und Patriarchat sind nicht bloß falsche Ideen – sie formen Realität und sind nicht zufällig entstanden. Dieser Tag widmet sich den Mechanismen sozialer Spaltung: Wie sie entstehen, wie sie wirken, und warum sie bleiben – trotz aller Kämpfe gegen sie.
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Teresa Griesebner
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Kritik des Patriarchats
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Fabian Georgi |
Kritik des Rassismus„Sklaverei kommt nicht von Rassismus, Rassismus kommt von Sklaverei.“ - Eric Williams
Doch wie ist das möglich? Woraus erklärt sich die Hartnäckigkeit des Rassismus, woraus erklärt sich seine Anziehungskraft für Millionen? Sind die Menschen schlicht verblödet? Fehlt ihnen die nötige Bildung? Oder liegt die Wurzel des Übels doch woanders? Dieser Workshop bietet Platz, um Antworten zu diskutieren und antirassistische Handlungsperspektiven zu ergründen.
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Sebastian Winter |
Kritik des Antisemitismus
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Workshops Tag 3
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Was ist eine sozialistische Partei?„[Im Kampf] findet sich [die] Masse [der Arbeiter] zusammen, konstituiert sie sich als Klasse für sich selbst.“ -Karl Marx In diesem Workshop wollen wir grundlegender werden: Wir fragen nach dem historischen und strategischen Gehalt der Parteiform. Was heißt es, die Klasse nicht nur zu repräsentieren, sondern sie im Kampf zur Klasse für sich zu machen? Wie verändert sich die Funktion der Partei in unterschiedlichen historischen Momenten – und was bedeutet das für uns heute? Gemeinsam schärfen wir unser Verständnis dessen, was eine sozialistische Partei im Kern ausmacht – und welche Fragen wir uns stellen müssen, wenn wir eine aufbauen wollen, die nicht nur reagiert, sondern handelt.
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Wentai Xiao (Platypus Affiliated Society, UK) |
Liberation day? – Die Rückkehr der Ideologie des „Imperialismus“ (english)Imperialismus als Ideologie ist zurück – aber nicht dort, wo man es erwarten würde. Einst ein zentrales Konzept linker Theorie, erlebt die Idee nun eine Wiederbelebung im Herzen der wirtschaftspolitischen Mainstream-Debatten der USA. In ihrem einflussreichen Buch Trade Wars Are Class Wars (2020) argumentieren Pettis und Klein, dass nicht die USA der globale Ausbeuter seien, sondern das ausgebeutete Land – eine Schuldnernation, die unter den Handelsüberschüssen anderer leidet. Ihre Überlegungen haben zentrale Elemente sowohl von Bidens als auch Trumps Handelspolitik geprägt. Dieser Workshop zeichnet die Transformation des Imperialismusbegriffs nach – von Hobson (1902) über Lenin (1917), durch stalinistische und neulinke Umdeutungen, bis hin zu seiner merkwürdigen Rückkehr in der heutigen liberal-demokratischen Rhetorik. Was sagt dieser Wandel über den aktuellen Zustand der kapitalistischen Politik in den USA aus? Und wie reagieren politische Eliten anderswo – insbesondere in der EU – um ihre eigenen Interessen zu wahren? Gemeinsam untersuchen wir, wie sich die Ideologie des „Anti-Imperialismus“ im Laufe der Zeit verändert hat – und was ihre erneute Präsenz in der kapitalistischen Politik für die Linke heute bedeutet.
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Tobias Doppelbauer (Solidarische Landwirtschaften) |
Subjekt im Neoliberalismus – Krise, Formierung, OrganisierungPolitische Arbeit steht heute vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits ist die Notwendigkeit kollektiver Veränderung offensichtlich. Andererseits stößt selbstorganisierte, solidarische Praxis oft an Grenzen – nicht nur im Umfeld und strukturell, sondern auch in uns selbst. Vereinzelung, Erschöpfung und Rückzug ins Private sind keine individuellen Schwächen, sondern Ausdruck eines tiefer liegenden gesellschaftlichen Problems. In diesem Workshop nehmen wir das Subjekt im Kapitalismus in den Blick – als Produkt historischer Prozesse und gegenwärtiger Zumutungen. Wir fragen, wie Jahrzehnte des neoliberalen Kapitalismus unser Denken, Fühlen und Handeln geformt hat. Wie entstehen Formen von Subjektivität, die politischer Organisierung im Weg stehen – und wie lassen sie sich verstehen und überwinden? Gemeinsam wollen wir herausarbeiten, welche Bedingungen kollektive Handlungsfähigkeit heute braucht. Welche Formen politischer Bildung greifen unter den aktuellen Bedingungen? Wie lassen sich neue Formen solidarischer Organisierung entwickeln – und was heißt es, unter kapitalistischen Verhältnissen überhaupt ein politisches Subjekt zu werden?
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