Junge Linke

Das war die Linke Sommerwerkstatt 2018

Als Junge Linke haben wir uns im Juni neu gegründet und stehen damit auch vor neuen Herausforderungen. Eine davon ist, dass wir uns tiefergehend mit aktuellen Themen auseinandersetzen wollen, um aktiv in die Gesellschaft einwirken zu können. Die Linke Sommerwerkstatt von 9. bis 12. August im slowenischen Celje war dafür ein erster Schritt.

 

Rund 70 Aktivistinnen und Aktivisten aus ganz Österreich und internationale Gäste der slowenischen Levica und der deutschen linksjugend [solid] kamen vier Tage lang zusammen, um sich der Positionsarbeit zu widmen. Positionsarbeit heißt für uns, sich tiefgehend mit Themen auseinanderzusetzen, um uns als Aktive und als Verband darin zu verorten, was gesellschaftlich gerade passiert.

 

Der Kampf um Arbeit stand im Mittelpunkt der Diskussionen. Denn Arbeit bestimmt unser Leben immer unmittelbarer: Während die einen Überstunden ohne Ende leisten und sich bis zur Erschöpfung abrackern müssen, werden andere mit Teilzeit- oder Gelegenheitsjobs abgespeist und müssen schauen, wie sie über die Runden kommen. Währenddessen tun ÖVP und FPÖ ihr bestes, um dieses Missverhältnis noch weiter zuzuspitzen: Indem sie den 12-Stunden-Tag durchsetzen, sorgen sie dafür, dass arbeitende Menschen noch länger und uneingeschränkter verfügbar sind. Gleichzeitig schafft die Regierung die Notstandshilfe ab, bedroht die Existenz von zigtausenden Erwerbslosen und erhöht damit den Druck, sich für immer schlechtere Löhne und Arbeitsbedingungen zu verkaufen.

 

Heute sind wir dazu gezwungen, alte Errungenschaften wie den 8-Stunden-Tag zu verteidigen. Dabei liegt der Schluss nahe, dass sich die grundsätzlichen Problemstellungen vor denen wir stehen im letzten Jahrhundert merklich wenig verändert haben: Für die historische Linke war die Auseinandersetzung um das Thema Arbeit zentral. Dabei wurde in der Tagespolitik meist der Ruf nach höherem Lohn und kürzeren Arbeitszeiten ins Zentrum gerückt. Aber reicht es aus, sich auf diese Tradition zu berufen, um den heutigen Angriffen gegen die Interessen der Massen etwas entgegenzusetzen? Oder verlangen Entwicklungen wie die Digitalisierung und die veränderte Lebensrealität der Arbeitenden neue Antworten von uns Linken?

 

Die Linke Sommerwerkstatt war ein erstes Feld, um unsere Analysefähigkeit zu stärken, die Bedeutung aktueller Entwicklungen in unserem eigenen Leben und Umfeld zu beleuchten und unsere Argumentation für linke Alternativen zu untermauern – denn nur so können wir unsere Mitmenschen in ihren Lebensrealitäten erreichen.

 

Ausgehend von vier Referaten zu Prekarisierung, Digitalisierung, Arbeitszeit und Entlohnung haben wir in Diskussionsrunden und Arbeitsgruppen die herrschenden gesellschaftlichen Entwicklungen analysiert und konkret überlegt, wie wir beim Thema Arbeit wirkmächtig werden können. Das Thema wird uns Junge Linke in den nächsten Jahren begleiten, einige der entwickelten Ideen werden daher in der ein oder anderen Form in die Bildungs- und Kampagnenarbeit einfließen.

 

Neben der intensiven inhaltlichen Arbeit gab es auch genug Zeit für das Erkunden der Celje’schen Altstadt, Ausflüge zum See, Abkühlen im Freibad und legendäre Motto-Partys.

 

Danke an alle Teilnehmenden für das Mitwirken und Ermöglichen der Linken Sommerwerkstatt 2018!