Key Note: Der Kampf um Arbeit – zwischen Abwehrkampf und Utopie

Arbeit bestimmt unser Leben immer unmittelbarer. Während die einen Überstunden ohne Ende leisten und sich bis zur Erschöpfung abrackern müssen, werden andere mit Teilzeit- oder Gelegenheitsjobs abgespeist und müssen schauen, wie sie über die Runden kommen. Währenddessen tun ÖVP und FPÖ ihr bestes, um dieses Missverhältnis noch weiter zuzuspitzen: Indem sie den 12-Stunden-Tag durchsetzen, sorgen sie dafür, dass arbeitende Menschen noch länger und uneingeschränkter verfügbar sind. Gleichzeitig schafft die Regierung die Notstandshilfe ab, bedroht die Existenz von zigtausenden Erwerbslosen und erhöht damit den Druck, sich für immer schlechtere Löhne und Arbeitsbedingungen zu verkaufen.

Heute sind wir dazu gezwungen, alte Errungenschaften wie den 8-Stunden-Tag zu verteidigen. Dabei liegt der Schluss nahe, dass sich die grundsätzlichen Problemstellungen vor denen wir stehen im letzten Jahrhundert merklich wenig verändert haben: Für die historische Linke war die Auseinandersetzung um das Thema Arbeit zentral. Dabei wurde in der Tagespolitik meist der Ruf nach höherem Lohn und kürzeren Arbeitszeiten ins Zentrum gerückt. Aber reicht es aus, sich auf diese Tradition zu berufen, um den heutigen Angriffen gegen die Interessen der Massen etwas entgegenzusetzen? Oder verlangen Entwicklungen wie die Digitalisierung und die veränderte Lebensrealität der Arbeitenden neue Antworten von uns Linken?

Sarah Pansy und Flora Petrik werden in ihrem Eingangsreferat eine Einordnung dieser großen Fragestellungen vornehmen und sie mit den Erfahrungen, die wir aus der Bildungsarbeit unserer Vorgängerorganisationen mitgenommen haben, kritisch diskutieren.

 

Sarah Pansy: Bundesgeschäftsführerin der Jungen Linken. Geboren 1990 in Graz. War Vorstandsvorsitzende der Rosa-Luxemburg-Stiftung Bremen und hat Philosophie und Politikwissenschaft studiert.

Flora Petrik: Bundessprecherin der Jungen Linken. Geboren 1994 in Wien. Studiert Bildungswissenschaften und Germanistik in Wien. Sie war Sprecherin der Jungen Grünen und Kandidatin zur Nationalratswahl bei KPÖ PLUS.