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Hände weg vom Augarten – Mehr Park statt weniger!

Für wen sie Politik machen, haben ÖVP und FPÖ spätestens letztes Jahr gezeigt, als sie gegen breiten Widerstand in der Bevölkerung das Murufer haben roden lassen. Profite und abgehobene Großprojekte sind Bürgermeister Nagl wichtiger, als ein zugängliches Erholungsgebiet für die Grazer*innen. Dieser Raub an städtischer Lebensqualität soll nun durch eine Umgestaltung des Murufers angeblich “ausgeglichen” werden – unter anderem auch im Augarten. Doch was steht wirklich hinter Nagls Plänen?Der Augarten ist eines der wenigen Naherholungsgebiete in der Grazer Innenstadt.  Gut erreichbar und direkt an der Mur gelegen ist er ein zentraler Ort, gerade für junge Menschen und Familien, um sich ohne Konsumzwang zu treffen, Sport zu betreiben und ihre Freizeit zu verbringen. Nach den neuen Plänen von Bürgermeister Nagl sollen nun Teile des Augartens abgerissen und eine Bucht mit Wasserzugang abgegraben werden. Entstehen soll eine “Flaniermeile” mit angeschlossener Gastronomie. Dadurch werden rund 10 Prozent der gesamten Grünfläche und ein guter Teil des Baumbestandes verloren gehen – das Roden am Murufer geht also weiter. Spielplatz und Skateanlage müssen Tourismus und Profiten weichen.

Was gegen die Umgestaltung im Augarten spricht:

Demokratie? Nicht mit Nagl!

Bürgermeister Nagl und Koalitionspartner Eustacchio wollen von Mitbestimmung der Bevölkerung am öffentlichen Raum nichts wissen. Sowie bereits beim Murkraftwerk peitscht die ÖVP auch jetzt ihre Projekte innerhalb kürzester Zeit durch, eine öffentliche Debatte oder ein Meinungsbildungsprozess in der Bevölkerung wird damit unmöglich gemacht. Sowohl der Antrag von Gemeinde- und Bezirksrät*innen auf eine Bürger*innenbeteiligung in der ersten Bauphase als auch die Protestbewegung “Hände weg vom Augarten” werden von ÖVP und FPÖ eiskalt ignoriert Die Verkleinerung des Augartens wird stattdessen gegen den Willen der Bevölkerung durchgeboxt.

Teure Showpolitik, von der die Grazer*innen nichts haben

Obwohl die Grazerinnen und Grazer die 800.000€ Kosten für die Verkleinerung des Augartens bezahlen müssen, wird die Bucht mit Wasserzugang uns Bewohner*innen nicht viel nutzen: Die Wasserqualität der Mur lässt stark zu wünschen übrig, vom Baden raten Forscher*innen der Medizinuni Graz ausdrücklich ab. Das Bauprojekt ist also ein weiterer Akt in der Event-Politik von Bürgermeister Nagl, der mit allen Mitteln versucht, sich in Graz ein Denkmal nach dem anderen zu setzen. Den Schaden für die Natur und an unserer  Lebensqualität nimmt er dabei billigend in Kauf.

Gegen den Konsumzwang im Augarten

Gemütliche Plätze in der Stadt, an denen man sich auch ohne Getränke zu kaufen oder teure Eintrittspreise zu zahlen treffen kann, sind rar – nun wird auch der Augarten verteuert. Durch die geplante Uferpromenade mit Gastroangebot wird der konsumfreie Raum in der Stadt noch weiter zurückgedrängt – und mit ihm all die Menschen, die nicht bei jeder Gelegenheit 4 Euro für ein Getränk ausgeben können oder wollen. In der Logik von ÖVP und FPÖ sind auch die schönsten Flecken direkt an der Mur nur dann wertvoll, wenn sich aus ihnen Profit schlagen lässt.

Schluss mit Parkraub und gegeneinander Ausspielen

Neben zahlreichen Bäumen und rund 10 Prozent der Grünfläche, die in die Mur wandern, werden auch der Kinderspielplatz und der örtliche Skatepark zerstört sowie der Radweg direkt durch den Park gelegt. Darüber hinaus wird ein weiterer Teil des Parks – direkt an der Mur – der Gastronomie zum Opfer fallen. Über das, was vom Augarten dann noch übrig bleibt, werden sich die Besucher*innen streiten müssen. Nagls Vorhaben ist offensichtlich: Öffentlicher Raum soll zahlende Kund*innen locken, Raum für Freizeitaktivitäten wird zerstört. Die angekündigte Entschädigung für das gerodete Murufer ist eine Zerstörung des Augartens auf unsere Kosten.

Mehr Park statt weniger!

Graz ist eine lebendige Stadt und in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Momentan wird vor allem in der Innenstadt westlich der Mur kräftig gebaut. Anstatt aber bei Erholungsmöglichkeiten und öffentlichem Verkehr nachzuziehen, konzentriert sich Nagl lieber auf den Straßenbau und andere Prestigeprojekte.
Anstatt mehr Erholungsraum für die wachsende Bevölkerung zu schaffen, lässt die schwarzblaue Mehrheit mit Unterstützung der NEOS das Murufer roden und bestehende Parkfläche zerstören. Wir Junge Linke wollen einen Vorstoß in die andere Richtung: Eine wachsende Bevölkerung benötigt auch mehr Raum für Freizeit und Erholung. Deswegen haben wir kurzerhand ein paar Parkplätze vor dem Augarten zum Park erklärt um zu zeigen: Wir brauchen mehr Park, nicht weniger! Platz für Menschen, nicht Profite!

Statt Rodungen und Marketing-Gags wollen wir Junge Linke:

  1. Zerstörung vom Augarten stoppen – Freizeit und Erholung für alle!
  2. Badespaß für alle leistbar machen – billige Eintrittspreise ins Augartenbad!
  3. Augarten verbessern – gefällte Bäume nachpflanzen, Grünflächen erweitern und gratis WLAN im Park!