Workshopbeschreibungen

SOMMERWERKSTATT 2019

TAG 01

Key Note: SOMMER, SONNE, KLIMAWANDEL – WEGE AUS DER KATASTROPHE

Seit einem Jahr streiken junge Menschen in ganz Europa gegen die Umweltzerstörung. Sie fordern überfällige Maßnahmen gegen die Klimakrise und eine grundsätzlich andere Politik. Doch anstatt auf diese Proteste einzugehen, erfüllen führende Politiker*innen den Konzernen einen klimaschädlichen Wunsch nach dem anderen. Auf die Bedürfnisse der Vielen wird nicht eingegangen, Geld- und Machterhalt bestimmen die aktuelle Politik.

Für den Großteil der Menschen hat das fatale Folgen: Die Bauarbeiterin, die in der sengenden Hitze kollabiert, und der Geflüchtete, dessen Heimat durch Überschwemmungen zerstört wurde, spüren schon jetzt die grausamen Folgen der Klimakrise. Massive Hitzewellen in Indien, und Frankreich führen bereits jetzt zu vielen Toten. 

Einen konkreten Masterplan, um die Zerstörung unserer Lebensgrundlage zu stoppen, gibt es bislang nicht. Solange die reichsten 10% fast die Hälfte der weltweiten Emissionen verursachen, wird persönlicher Verzicht aus schlechtem Gewissen, wie ihn Grüne und Liberale propagieren, unsere Lebensgrundlagen nicht retten. Was können wir also gegen die Klimakrise tun? Wo können wir ansetzen, wenn wir die aktuelle Klim

Podiumsdiskussion: LAND IN SICHT – CHANCEN DER KLIMABEWEGUNG

Die Klimakrise sitzt uns seit Jahren im Nacken. Obwohl die Probleme seit Jahrzehnten am Tisch liegen bemüht sich die Politik nur halbherzig darum effektive Wege zu finden wie die Klimakrise abgewendet werden kann. Internationale Klimaziele und CO2-Abkommen werden nicht eingehalten, und haben sich als ineffektive Lippenbekenntnisse herausgestellt. Erst nach einem heißen Sommer und der Initiative einer streikenden Schülerin kommt Bewegung in die Sache . Seit einigen Monaten steht die Klimakrise zumindest im Mittelpunkt der politischen Debatte. Aber was ändert sich dadurch? Haben wir wirklich erstmals die Chance, die Klimakrise zu stoppen, oder wird die Bewegung im Sand verlaufen? Wie stehen linke und ökologische Initiativen jetzt da und was können wir in den nächsten Monaten und Jahren erreichen?

TAG 02

ENDLOSE HITZE? – URSACHEN UND AUSWIRKUNGEN DER KLIMAKRISE

Die Erderwärmung ist mittlerweile zu einem Problem geworden, unter dessen Folgen täglich Menschen leiden. In den Städten, wo immer mehr öffentliche Plätze zugepflastert und verbetoniert werden, sind die Auswirkungen besonders gravierend. Während die Temperaturen steigen, ist eine völlig verfehlte Politik dafür verantwortlich, dass das Leben im Sommer immer unerträglicher wird. Dabei zeigen aktuelle Studien, dass genau diejenigen, die am meisten klimaschädliche Treibhausgase verursachen, am wenigsten unter den negativen Folgen leiden.

Wir wissen, dass wir unsere Art zu wirtschaften von Grund auf ändern müssen, wenn wir die Klimaerwärmung stoppen wollen. Wir stellen uns daher gemeinsam die Frage: wodurch wird die Klimakrise eigentlich ausgelöst? Und welche Folgen werden wir in den nächsten Jahren zu spüren bekommen? Wer ist von der Erhitzung am meisten betroffen und wer sind die Profiteure? Was brauchen wir, um dagegen anzukommen?

VON DAMPFMASCHINEN UND SITZBLOCKADEN – WIE DIE KLIMAKRISE ZU DEM WURDE, WAS SIE IST

Die Klimakrise wird mehr und mehr in der Öffentlichkeit diskutiert. Doch in Zeiten von Klimademos mit zehntausenden Teilnehmer*innen, Straßenblockaden und breiter öffentlicher Diskussion vergessen wir oft, dass die Klimakatastrophe nur eine Folge, und nicht die Grundlage unseres Problem ist. Die größte Demonstration bringt uns wenig, wenn wir nicht wissen, wie die Klimakrise verursacht wird und wo wir ansetzen können, um sie zu lösen.

Die Klimabewegung läuft Gefahr, sich in Frustration zu verlaufen, wenn es nicht gelingt, wirksame Ansatzpunkte im Kampf gegen die Klimakrise zu finden. Wir müssen herausfinden, wo wir Druck aufbauen können und uns Ziele setzen im Kampf gegen die Naturzerstörung. Dafür brauchen wir  ein genaues Bild davon, welche Mechanismen es sind, die unsere Gesellschaft immer tiefer in die Klimakrise treiben.

Wir wollen verstehen, wie die Ausbeutung von Menschen und Natur zusammenhängen. Dieses Verhältnis ist älter als die bewusste Wahrnehmung der Erderwärmung. Wir wollen uns fragen, warum die Klimakrise als Systemkrise behandelt werden sollte, und was das genau bedeutet.

WASSER PREDIGEN UND ÖL VERHEIZEN – ÜBER DIE AKTEUR*INNEN DER KLIMAKRISE

Die Klimakatastrophe ist eine der größten Herausforderungen für die Menschheit. Angesichts dessen scheint es absurd, wenn mächtige Politiker*innen und Institutionen systematisch Lösungen verhindern und stattdessen auf wirkungslose Marketingaktionen setzen.

So setzt die Ölindustrie seit langer Zeit alles daran, dass Erkenntnisse über die Erderwärmung nicht publik werden. Staatliche Umweltförderungen fließen zum großen Teil in die Elektro- und Wasserstoffprodukte der Autohersteller, während der Strom für diese Autos meist noch immer aus Kohle, Öl und Gas kommt. Wir hören in der Klimafrage viele schöne Worte, aber sehen keine wirksamen Taten.

Im Workshop “Wasser predigen und Öl verheizen – Über die Akteur*innen der Klimakrise” wollen wir uns daher fragen: Wieso werden angesichts der Klimakrise nur offensichtlich wirkungslose Maßnahmen durchgesetzt? Woher kommt die Opposition gegen Klimaaktivismus? Und welche Akteur*innen gibt es, in die wir Hoffnung setzen können?

WOMIT HABEN WIR ES ZU TUN? – DIE KLIMAKRISE MESSBAR MACHEN

Wenn wir uns die tatsächlichen Auswirkungen, Ursachen und Ausmaße der Klimakrise ansehen wollen, stehen wir meist vor einigen Schwierigkeiten: Wir müssen mit Größen hantieren, die weit über unsere Vorstellungskraft hinausgehen. Ständig werden neue Prognosen über die Erderwärmung veröffentlicht und angesichts einer global verknüpften Welt ist es alles andere als einfach, einzelne Klima-Brandherde einzuschätzen..

Im Workshop wollen wir etwas Ordnung in das Fakten-Chaos bringen: Welche Zahlen gibt es und wie können wir sie für unsere Argumentation verwenden? Woran sehen wir, dass die Klimakrise auch eine soziale Frage ist? Wer trägt wodurch zur Klimakrise bei? Und was fehlt vielen, um sich davor zu schützen? Diesen und vielen anderen Fragen wollen wir gemeinsam nachgehen.

TAG 03

SOZIAL-ÖKOLOGISCHE TRANSFORMATION: DEN GÜRTEL ENGER SCHNALLEN – WAS WILL DIE DEGROWTH-THEORIE?

Wer kennt es nicht: Nach nur wenigen Jahren in denselben Jeans sind die irgendwann einfach zu klein. So geht´s uns auch mit unserer Erde. Wir verbrauchen so viele Ressourcen und von Jahr zu Jahr mehr, dass es bald soweit sein könnte, dass wir auch auf eine zweite, größere Erde umsteigen müssen. Blöd nur, dass es die wohl nicht gibt. Seit den 1950er Jahren wird der heiligen Kuh des Wirtschaftswachstums so ziemlich alles untergeordnet. Dabei können Unternehmen immer höhere Rekordgewinne einfahren, ohne dabei auf die Folgen für Mensch und Umwelt zu achten. 

Seit einem Bericht des “Club of Rome” 1972 steht das Wachstum daher zunehmend in der Kritik. Wir wissen, dass wir so wie bisher nicht weitermachen können, aber kann ein Ende des Wachstums oder gar eine neue Kultur des Verzichts tatsächlich eine Lösung sein? Müssen wir alle den Gürtel etwas enger schnallen, um überleben zu können? Wie könnten wir das überhaupt umsetzen und wie soll das damit zusammengehen, dass so viele Menschen immer noch in tiefer Armut leben müssen?

DIE ORGANISATION DES SCHLARAFFENLANDS – WIE WIR UNS EINEN GRÜNEN SOZIALISMUS VORSTELLEN

Obwohl regelmäßig Unmengen an Nahrungsmitteln vergeudet werden, hungern immer noch über eine Milliarde Menschen weltweit. Unvorstellbar viele Mitmenschen können sich weder das tägliche Stück Brot kaufen, noch haben sie Land, um es selbst anzubauen. 

Während die etablierten Parteien täglich daran arbeiten, uns gegeneinander auszuspielen, klafft die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander. Das spiegelt sich auch beim Verbrauch von Lebensmitteln, Landfläche und Energie wider. Während es vielen am Nötigsten fehlt, können andere sinnlos Ressourcen vergeuden: Waren werden zig mal quer über die Ozeane verschifft, bevor sie uns erreichen, nur damit die Profite einiger weniger noch weiter steigen können. Dabei bleiben immer mehr Menschen auf der Strecke – das zeigt sich auch beim Klimawandel.

Die Temperaturen in den Stadtzentren schießen in die Höhe. Und während es sich einige Leute richten können, die in einer Villa mit Garten und Pool am Stadtrand wohnen und in der klimatisierten Limousine bis ins Büro fahren, fordert die sommerliche Hitze unter Arbeitenden und Armen auch hierzulande schon Todesopfer. Diejenigen, auf deren Konto der Klimakollaps geht, werden ihn nicht ausbaden müssen. 

Wie kann eine Wirtschaft und Produktionsweise aussehen, in der nicht nur einige Vermögende entscheiden, was auf welche Art und Weise produziert wird? Wie können wir unnötige Verschwendung vermeiden und eine Welt gestalten, die eine Lebensgrundlage für alle Menschen bietet – und das nicht nur für wenige Jahrzehnte, bis die Klimakrise damit Schluss macht?

WAFFE EINKAUFSZETTEL – CHANCEN UND GRENZEN DER KONSUMKRITIK

Spätestens mit dem Aufkommen von Sozialpolitik und dem Erkämpfen von Rechten für Arbeiter*innen wurde der Konsum im Kapitalismus immer wichtiger. Dabei geht es oft weniger darum, Grundbedürfnisse zu stillen, sondern sich in der Gesellschaft behaupten zu können. Wer da nicht mitmacht, bleibt auf der Strecke.

Dagegen positioniert sich seit einigen Jahren eine Bewegung, die den übermäßigen und „falschen“ Konsum kritisiert. Sie fordern fair gehandelte Bananen und Kleidung aus Bio-Baumwolle oder weniger Fleischkonsum, auch wenn sich viele den gewünschten Lebensstil nicht leisten können.

Können wir unsere Welt und unser Klima retten, indem wir uns an die Regeln des Kapitalismus halten und anders konsumieren? Was können wir tatsächlich durch anderen Konsum erreichen? Wo können wir ansetzen, um nachhaltigen Konsum für alle möglich zu machen?

GROSSE WORTE ODER HEISSE LUFT? – VON DEN KLIMAABKOMMEN ZU DEN TATEN DANACH

Auf der Ebene der schönen Worte herrscht große Einigkeit: Quer durch alle politischen Lager werden Zeichen gesetzt und die Wichtigkeit des Klimaschutzes beschworen. In letzter Zeit rufen immer mehr österreichische Gemeinden und auch ganze Länder einen “Klimanotstand” aus, um sich als große Vorreiter im Kampf gegen die Erderwärmung zu inszenieren.

Schon seit über 20 Jahren treffen sich die wichtigsten Vertreter*innen fast aller Staaten der Welt zu jährlichen Klimagipfeln, um eine internationale Einigung für die Lösung der Klimakrise zu finden. Und eine solche gab es tatsächlich schon mehrfach. Doch die Hoffnung hat sich mittlerweile in Ernüchterung und Panik verwandelt. Wöchentlich demonstrieren und streiken Menschen auf der ganzen Welt angesichts der Untätigkeit ihrer Politiker*innen, die es in den meisten Fällen nicht einmal schaffen, die ohnehin zu laschen Ziele des Pariser Abkommens zu erreichen.

Wir gehen der Frage nach: Was wurde eigentlich in den vielen beschlossenen Klimaabkommen festgeschrieben und warum scheitern sie seit jeher? Erwartet den ausgerufenen “Klimanotstand” unserer Nachbargemeinden dasselbe Schicksal? Und warum setzt eigentlich kein Umdenken ein, dass schöne Worte nicht reichen werden?

GREEN NEW DEAL: RETTUNGSANKER ODER ALTER WEIN IN NEUEN SCHLÄUCHEN?

Anfang der 1930er stand die Weltwirtschaft nach der größten Krise ihrer Geschichte vor dem Abgrund: Der Handel war zusammengebrochen, Menschen wurden in Massen arbeitslos und Firmen fanden keine Käufer*innen mehr für ihre Produkte. Der damalige US-Präsident Franklin Roosevelt setzte auf eine Strategie staatlicher Investitionen, neuer Technologien und höherer Löhne – den sogenannten “New Deal”, der maßgeblich am Boom der Zwischenkriegs- und Nachkriegszeit beteiligt war – und Aufständen von Arbeiter*innen wie in Europa oder Russland vorbeugen sollte.

Seitdem ist immer dann vom New Deal die Rede, wenn die Politik es mit schier unlösbaren Problemen zu tun hat – wie jüngst bei der Klimakrise. Ausgehend von der US-amerikanischen Kongressabgeordneten Alexandria Ocasio Cortez ist unter dem Label “Green New Deal” eine Debatte um ein umfangreiches Investitions- und Infrastrukturprogramm entbrannt, das etwa durch massiven Ausbau des Bahnverkehrs eine rettende Dynamik aus der Klimakrise entfachen soll. Klingt verlockend! Aber was steckt eigentlich genau hinter dem “Green New Deal”? Lässt sich die Klimakrise auf eine ähnliche Weise überwinden wie die bisher größte Weltwirtschaftskrise? Und wie können wir als Junge Linke dieses Konzept nutzen?

Fishbowl: OHNMACHT DURCHBRECHEN – VON DER KRISE ZUM GEGENPROJEKT

Wer sich länger mit der Klimakrise beschäftigt, findet sich vor lauter Kopfzerbrechen über scheinbar unlösbare Probleme, nichtstuende Politiker*innen und ökonomische Machtverstrickungen bald in einer Persönlichkeitskrise wieder. Als Linke stehen wir dem derzeit ohnmächtig gegenüber.

Da sich gemeinsam leichter Lösungen finden als alleine, wollen wir uns die Zeit nehmen, die Überlegungen und Ergebnisse aus den Workshops zusammenzutragen und zu diskutieren, wie wir als Linke Lösungen formulieren können, die weit tragen und an den konkreten Problemstellungen in unseren täglichen Leben ansetzen. Wir wollen uns gemeinsam großen Fragen stellen. Welche Lösungsansätze erachten wir für unsere politische Arbeit als Verband eigentlich als sinnvoll? Welche Chancen und Risiken bringen sie mit sich?

Themenparty: DIRTY DANCING – Eine Nacht auf Plastic Planet

Seit Kunststoff im 19. Jahrhundert Stück für Stück entdeckt wurde, ist er vom Autoreifen bis zur Zahnbürste aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Doch während wir von Jahr zu Jahr mehr Plastik nutzen, haben wir uns nie über die Entsorgung Gedanken gemacht – so steigen bald schon Plastikmonster aus den Tiefen des Pazifiks, kämpfen sich durch den Plastikdschungel und erheben sich auf der Sommerwerkstatt bei jeder Menge Trash-Musik zum Tanz ihres Lebens.

Komm auch du in deinem unverrottbarsten Plastikkostüm zur Themenparty “Dirty Dancing – Rückkehr vom Planet des Plastiks”. Die kreativsten Kostüme werden ausgezeichnet.

TAG 04

ZWISCHEN GROSSKÜCHE UND FLEISCHVERZICHT – WIE WIR UNS ZUKÜNFTIG ERNÄHREN SOLLTEN

Österreich hat den dritthöchsten Fleischkonsum innerhalb der EU. Ein Stockerlplatz, auf den wir nicht gerade stolz sein können. Doch während das Schnitzel am Mittagsteller für viele zur “österreichischen Kultur” gehört, hat der Fleischkonsum für unser Klima erschreckende Folgen: Die Fleischproduktion verschlingt überproportional viel Fläche, Wasser und produziert Unmengen an schädlichen Abgasen.

Aber auch darüber hinaus schadet die Art, wie wir uns ernähren, der Umwelt: Durch die Vereinzelung der Arbeitsplätze und Lebensrealitäten essen wir immer abgeschiedener. Großküchen, wie es sie im Roten Wien gab, sind heute als ungesund verpönt. Dadurch steigt der Bedarf und die Verschwendung von Lebensmitteln massiv an.

Doch ist das Fleisch wirklich das Problem oder könnte eine besser organisierte Versorgung mit Nahrungsmitteln die Lösung sein? Müssen wir unseren Konsum einschränken oder sollten wir Regeln zum Recycling vorschreiben? Was können wir dazu aus dem Roten Wien lernen? Wie hat sich unsere Ernährung seitdem geändert und wie können wir das berücksichtigen?

NÄCHSTER HALT: GRATIS ÖFFIS – KÖNNEN BUS, RAD UND BAHN DAS KLIMA RETTEN?

Seit Jahren gilt der Autoverkehr als einer der schlimmsten Luftverschmutzer. Tägliche Staus in den Einzugsgebieten machen die umliegenden Wohngebiete zu Feinstaubhöllen. Alternativen, wie ein flächendeckender Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel in Kombination mit leistbaren Ticketpreisen, werden zwar oft gefordert, jedoch kaum umgesetzt. Gleichzeitig werden Rufe nach “umweltfreundlichen” Elektroautos lauter, die für die meisten Menschen unleistbar sind und oft selbst mit Strom aus fossilen Energieträgern betrieben werden.

Anstatt auf die Klimakrise zu reagieren werden jedoch immer mehr Öffi-Strecken privatisiert, rückgebaut und Regionalbahnen stillgelegt – gerade ärmere Außenbezirke und ländliche Gebiete sind oft nur schlecht öffentlich angebunden. Doch nicht nur der Personenverkehr verpestet die Luft: Auch durch den Transport von Waren, meist durch LKWs, werden jede Minute unglaubliche Mengen an Abgasen ausgestoßen.Wo ließe sich durch einen besser organisierten öffentlichen Verkehr tatsächlich der CO2-Ausstoß verringern? Müssen wir Autos verbieten und auf tägliche Wege verzichten, oder schaffen wir es unseren öffentlichen Verkehr so auszubauen, dass alle jederzeit Zugang dazu haben? Wir wollen einen Überblick über Alternativen bekommen und daraus konkrete Projekte entwickeln.

HEIZEN BIS ZUR THERMENEXPLOSION – VON ENERGIE UND ENERGIERARMUT

Seit Jahren sind die Zeitungen voll von Berichten über erneuerbare Energien. Firmen brüsten sich, auf Ökostrom umzusteigen. Dabei beziehen wir immer noch einen großen Teil unserer Energie aus Gas und Öl. Und während Autounternehmen mit E-Autos gute Profite machen, werden private Haushalte immer kontrollierbarer. Wer nicht kreditfähig ist, dem wird im Winter auch ohne Vorwarnung der Strom abgedreht. Auch die Frage wer sich in der Hitze des Sommers eine Klimaanlage oder die dringend nötige Wartung der Therme leisten kann, stellt sich für immer mehr Menschen..

Was macht individueller Energieverbrauch eigentlich aus am Klimawandel? Welche Energie erzeugen und verbrauchen wir – und welche Wahl haben wir in unserem Stadtviertel eigentlich, woraus unser Strom gewonnen wird? Und warum ist Energie auch eine soziale Frage und wie können wir damit politisch umgehen?

EIN VIERTEL ZUM LEBEN – STÄDTE NEU DENKEN IN ZEITEN GLOBALER ERHITZUNG

Gerade im Sommer, wenn die Sonne die kleine Wohnung auf ein Maximum aufheizt, fliehen viele an die frische Luft. Doch dort sieht es oft nicht besser aus: Betonierte Flächen, kaum Bäume, die ein bisschen Schatten werfen, und der nächste Park ist kilometerweit entfernt. 

Weitläufige Grünflächen, eine gute öffentliche Anbindung, nachbarschaftliche Infrastruktur, die für ein gutes Leben sorgt und eine Möglichkeit, das eigene Grätzel mitzugestalten: All das sind Fremdwörter in den meisten Gegenden Österreichs. Dabei sind gerade diese Aspekte wichtig, um den nächsten Hitzesommer unbeschadet zu überstehen und sich kräfteraubende Wege durch die Asphaltwüste zu ersparen.

Wer profitiert von der aktuellen Raumplanung in unserer Nachbarschaft? Wie kann eine Stadt aussehen, die sich am Leben ihrer Bewohner*innen orientiert? Wie können wir dabei auch die Menschen einbeziehen, die am meisten davon betroffen sind?

BAUEN WIR UNS UNSERE ZUKUNFT – WIE WIR MORGEN WOHNEN WOLLEN

Wer träumt nicht vom eigenen kleinen Haus im Grünen? Aber wenn wir alle uns diesen Traum verwirklichen, stoßen wir schnell an ein ökologisches Problem: Der Energieverbrauch, die Häuser zu heizen, steigt im Gegensatz zu Mehrfamilienhäusern drastisch an, Straßen und Wege verlängern sich ins Vielfache.

Die österreichische Raumplanungspolitik lebt es vor: aussterbende Innenstädte, wuchernde Einkaufszentren am Stadtrand und Verbauung und Bodenversiegelung soweit das Auge reicht. Während unsere Zukunft zubetoniert wird, machen Baufirmen und Autokonzerne fette Gewinne mit der Zersiedelung.

Wie könnte ein Leben in der Stadt aussehen, das für alle lebenswert ist? Ist der Gemeindebau wirklich das Paradebeispiel ökologischen Wohnens? Und müssen wir in der Stadt mehr bauen oder sollten wir uns darauf konzentrieren, Leerstände bewohnbar zu machen? Wie können Raumplanung und Wohnen so organisiert werden, dass ein angenehmes Wohnen in der Stadt für alle möglich ist, und was sind linke Antworten auf Zersiedelung und Immobilienspekulation?