lernnetz-kampagne 2021

Antrag zum 1. Bundesausschuss 2021 der Jungen Linken
Antragssteller:innen: Alisa Vengerova, Jakob Hundsbichler, Tobias Kohlberger, Tanja Reiter, Nikolaus Laurer, Sara Sturany, Veronika Hackl

Vor genau einem Jahr haben wir das Lernnetz – die kostenlose Nachhilfe – gestartet und es braucht uns heute mehr denn je! Schulschließungen, Überforderung und zu wenig Betreuung während der Pandemie haben die Ungleichheit im Bildungssystem weiter verschärft. Schon vor der Pandemie hat jedes dritte Kind Nachhilfe gebraucht. Ohne eigenes Zimmer, ohne Eltern, die helfen können, und ohne angemessene technische Ausstattung ist Distanzunterricht noch schwieriger. Wir lassen uns nicht weiter in arm und reich spalten und werden selbst aktiv. Wir wollen eine Schule, die alle Schüler:innen fördert, unabhängig vom Geldbörserl der Eltern.

Schule darf nicht arm machen!

Ein Drittel aller österreichischen Schüler:innen benötigt Nachhilfe. Eine enorme finanzielle Belastung – pro Jahr geben österreichische Familien mehr als 100 Millionen Euro für Nachhilfe aus. So werden Missstände und eine Unterfinanzierung des Bildungssystems auf private Kosten ausgelagert. Und gerade Familien mit niedrigem Einkommen, Alleinerziehende und Familien mit Migrationshintergrund trifft die finanzielle Belastung besonders hart. Für einige ist Nachhilfe überhaupt unleistbar. 40.000 Schüler:innen hätten schon 2019 Nachhilfe gebraucht – aber konnten es sich einfach nicht leisten.

Lernnetz-Zentren als Jugendtreffpunkte

Während der Corona-Krise haben wir gesehen, dass viele Kinder keinen ruhigen Platz haben, an dem sie lernen und Hausaufgaben machen können. Auch Schulen bieten meistens keinen oder zu wenig Raum, an dem sich Schüler:innen treffen und gemeinsam Hausaufgaben machen oder in Ruhe lernen können. Diese Missstände wollen wir angehen und das Angebot des Lernnetzes erweitern. Durch den Bau von Lernnetz-Zentren können wir einen Raum schaffen, an dem sich Schüler:innen treffen und gemeinsam lernen können. Auch Nachhilfe-Stunden können hier abgehalten werden. Gleichzeitig ist es der Ort, an dem junge Menschen mit Politik und einer Kritik am Schulsystem und unserer Gesellschaft in Berührung kommen: Ob beim Austausch über die eigene Situation in der Schule oder einer politischen Abendveranstaltung nach dem Lerntreffen.

Junge Linke in die Schule!
Junge Linke ist inzwischen Österreichs schnellstwachsende politische Jugendorganisation. Jeden Tag werden wir mehr. Mit einer Kampagne zum Schulstart wollen wir Junge Linke auch zur Nummer 1 Jugendorganisation für alle Schüler:innen machen. Ob auf Social Media, in der Presse oder vor den Schulen selbst: Mit unserer Kampagne wollen wir so präsent wie möglich sein und Schüler:innen dazu gewinnen, beim Lernnetz oder gleich direkt bei Junge Linke selbst mitzumachen.

Die Kampagne startet Anfang September mit Auftaktveranstaltungen in allen Bundesländern und Aktionen in den Bezirksgruppen, wir eröffnen ein erstes Lernnetz-Zentrum, geben das erste Junge Linke Schüler:innenmagazin heraus und und setzen bundesweit ein klaren Zeichen: Die Schule ist kaputt – wir helfen uns selbst!

Wir nehmen unsere Zukunft selbst in die Hand!

Das Lernnetz hat sich jetzt schon als Vorzeigeprojekt von Junge Linke etabliert. Nicht umsonst, schließlich schaffen wir es hier, hunderte Schüler:innen zu organisieren, sind konkret nützlich und bauen Vertrauen auf. Wir schaffen einen Raum, wo junge Menschen einander helfen und so die soziale Ungleichheit nicht darüber bestimmen lassen, welche Möglichkeiten und Chancen einzelne Menschen haben oder nicht. Als Linke diskutieren wir oft darüber, wie wir mehr Vertrauen gewinnen können. Beim Lernnetz zeigen wir ganz praktisch, dass eine starke Linke das Leben der Menschen zum Positiven verändert. 

Diese positive Erfahrung braucht es, um das Fundament für den Aufbau einer starken Linken zu legen. Deshalb wollen wir beim  Lernnetz den nächsten Schritt wagen, und nach einem Jahr unser kostenloses Nachhilfenetzwerk noch weiter ausbauen, um die vielfältigen Probleme von Schüler:innen anzusprechen. Wir machen unsere ersten Erfahrungen mit Organisierung von unmittelbaren Lebensinteressen, bauen Vertrauen auf und lernen, worauf es dabei ankommt. Dabei setzen wir uns konkrete Ziele.

Bis Ende des Jahres wollen wir:

  • dass 600 junge Menschen beim Lernnetz mitmachen
  • 3 lokale Lernnetz-Zentren aufbauen
  • mit unserer einer bundesweiten Kampagne 50.000 Menschen erreichen
  • Ein Junge Linke Schüler:innenmagazin entwickeln


Beschluss: 
Der Bundesausschuss erteilt dem Bundesvorstand den Auftrag, zum Schulstart im September eine Schul-Kampagne zu starten, das Lernnetz zu bewerben, ein Magazin für Schüler:innen zu entwickeln und Landesorganisationen dabei zu unterstützen, Lernnetz-Zentren vor Ort aufzubauen. 

Der Antrag als pdf: