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Morgenpost – 08. März

  1. Weltfrauentag: Altersarmut ist weiblich

Am 8. März ist Weltfrauentag. In den letzten 100 Jahren hat sich einiges in Sachen Gleichstellung getan: Angefangen vom Wahlrecht für Frauen, das in Österreich erst 1918 eingeführt wurde, über die Berechtigung, auch ohne Zustimmung des Mannes einen Beruf auszuüben, was bis in die 70er Jahre noch gang und gäbe war, bis hin dazu, dass Vergewaltigung in der Ehe 1989 endlich strafbar wurde. Und trotzdem sind wir noch weit davon entfernt, in einer gleichberechtigten Gesellschaft zu leben. Ein Großteil der Hausarbeit und Kinderbetreuung wird immer noch auf Frauen abgewälzt und auch Pflege von Angehörigen wird häufiger von Frauen erledigt. Viele Frauen sind heute der Doppelbelastung ausgesetzt, erwerbstätig zu sein und trotzdem die Hauptverantwortung für die Familie zu tragen. 

Noch dazu finden sich viele Frauen in prekären Dienstverhältnissen wieder, arbeiten Teilzeit oder als Leiharbeiterinnen. Das spiegelt sich in geringeren Löhnen und daraus folgender Altersarmut wider. Daraus resultiert erst recht wieder Abhängigkeit vom Partner. 2019 betrugen die Pensionen von Frauen im Durchschnitt nur halb so viel wie die von Männern. Das zeigt: Altersarmut ist weiblich. Aber gleichzeitig ist klar, dass das Problem eines ist, das nicht nur Frauen etwas angeht. 

Als ein Instrument zur Überwindung von Ungleichheit wird die Frauenquote gesehen und sogar die ÖVP ist mittlerweile für eine Quote. Als politisches Instrument ist sie allerdings auch in linken Kreisen umstritten. Was es damit auf sich hat und welches Potential eine Frauenquote haben kann, darüber spricht Amir Sturm im Jungen Linken Podcast

Amir Sturm spricht im Podcast Kein Katzenjammer über den Weltfrauentag und das Potential einer Frauenquote 

Presseaussendung des ÖGB zu Forderungen gegen Altersarmut 

Mosaik-Blog: Gleichstellung in Corona Zeiten 

2. Fünf-Jahres-Plan: Chinas Weichenstellung gegen harte Linie der USA

Dieser Tage findet in China der jährliche Nationale Volkskongress mit rund 3.000 Abgeordneten statt. Dort werden mit der Vorstellung der Grundzüge des Fünf-Jahres-Plans bis 2025 und eines allgemeineren Entwicklungsplans bis 2035 zentrale Weichen für die wirtschaftliche und politische Entwicklung des Landes gestellt. China ist aus der Corona-Krise im Vergleich zu anderen Staaten gestärkt hervorgegangen, stellt sich jedoch auch auf wachsende Herausforderungen ein.

China hat 2020 erstmals über 70 Prozent der amerikanischen Wirtschaftsleistung erzielt. Es hat jedoch mit gewissen Stagnationserscheinungen zu kämpfen, die das Ziel gefährden, die USA einzuholen. China wird daher langfristige strategische Umstellungen gegenüber kurzfristigem Wirtschaftswachstum priorisieren, um eine nachhaltigere Entwicklung zu gewährleisten – das bedeutet etwa weniger Investments im überhitzten Immobilienmarkt und Schritte weg von Kohlekraftwerken zugunsten erneuerbarer Energien.

Vor allem aber wappnet sich China für einen Wirtschaftskrieg unter Federführung der USA, deren Außenminister China unlängst als “den größten geopolitischen Test des 21. Jahrhunderts“ bezeichnete. Es plant einen strategischen Ausbau der Technologieindustrie und des Binnenkonsums, um sich vom Ausland unabhängiger zu machen. Die kommunistische Partei beabsichtigt auch, ihre Macht nach innen weiter auszubauen und so gesellschaftlichen Fliehkräften entgegenzuwirken, darunter die Partei-Milliardäre, die teils wirtschaftliche Liberalisierungsschritte fordern. Auch das repressive Vorgehen gegen die Hongkonger Opposition und die Uigur*innen ist Teil der Festigung der Parteikontrolle.

Die Wiener Zeitung über den neuen Fünf-Jahres-Plan, insbesondere seine Schwerpunkte im Umweltbereich

Der amerikanische Thinktank Macro Polo über Chinas wirtschaftliche Herausforderungen und strategische Ziele bis 2035 (Englisch)

Die Augsburger Allgemeine berichtet über die unverändert aggressive Linie der USA unter Biden gegenüber China

3.  Ein Jahr Corona – Massiver Anstieg psychischer Belastung bei Jugendlichen 

Seit einem Jahr begleitet das Coronavirus unser aller Alltag und seit einigen Monaten zeigt sich deutlich, dass dies auch psychische Spuren hinterlässt. In der letzten Woche wurde eine Studie veröffentlicht, die alarmierende Ergebnisse über den emotionalen Zustand von Jugendlichen zeigt. Anzeichen von Depressionen, Angst- und Schlafstörungen haben sich in der Krise teilweise verzehnfacht und fast jede*r 6. Jugendliche hat suizidale Gedanken. Dies kommt leider nicht überraschend. Schon vor Wochen warnten Jugendpsychiater*innen, dass die Stationen überbelegt seien, der Bedarf aber stetig steige. Dass es für die Versorgung psychisch kranker Kinder und Jugendliche in Österreich zu wenige Ressourcen gibt, war aber auch schon vor der Pandemie der Fall. So gibt es ein Soll von 890 stationär- und tagespsychologischen Plätzen für Kinder und Jugendliche – faktisch gab es 2019 jedoch nur 520. 

Im Kontext der Coronamaßnahmen wird dabei häufig darauf hingewiesen, dass die unklare Situation in den Schulen das Problem der Jugendlichen sei. Wenn auch das Chaos zwischen geschlossenen, offenen und halboffenen Schulen sicherlich nicht förderlich für Schüler*innen ist, darf nicht vergessen werden, dass Schule – egal ob physisch oder digital – für viele konstanten Stress und Druck bedeutet. Statt auf epidemiologisch riskante Schulöffnungen zu pochen, braucht es Konzepte, die auf die Belastungen in der Pandemie eingehen. Weniger Prüfungen, langfristige Kommunikation in Sachen VWA und Matura und eine ehrliche Auseinandersetzung mit den epidemiologischen Gefahren des Präsenzunterrichts wären notwendig! Weiters werden Lehrlinge im Diskurs über die Bedürfnisse junger Menschen komplett vergessen. Auch für diese bräuchte es Konzepte und Ideen, damit junge Menschen nicht in der Hoffnungslosigkeit zurückgelassen werden. 

Schon vor der Pandemie waren psychisch kranke Kinder und Jugendliche in Österreich unterversorgt

Kinder und Jugendliche sind mit der Situation zunehmend überfordert 

Bereits im Jänner warnten Jugendpsychiater*innen, dass die Stationen überbelegt seien 


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