Bewerbung als politische Geschäftsführung

Teresa Griesebner

Ich darf mich kurz vorstellen…

Ich heiße Teresa, studiere Soziologie und arbeite an einem Wirtschafts-Institut auf der Johannes Kepler Uni in Linz. Geboren und aufgewachsen bin ich in einem 600-Einwohner:innen-Bergdorf in der Obersteiermark, 2015 nach Linz gezogen und hier hängen geblieben. Mich macht’s glücklich unterwegs zu sein, sei es für den politischen Zweck, einer Bergspitze als Ziel oder um Familie oder Freund:innen in anderen Städten zu besuchen. 

Ich bin politisch aktiv, weil…

unsere Welt himmelschreiend ungerecht ist. Das zeigt sich global, wenn Menschen verhungern müssen, weil wegen Profitlogik Weizen verheizt wird statt Brot daraus zu machen. Oder in Linz, wenn Häuser als Spekulationsobjekte leer stehen, während draußen Menschen frieren. 

Als Kind habe ich nicht verstanden, warum das so ist. Wenn ich gefragt habe, wurde mir gesagt, dass das so sein muss. Warum, würde ich jetzt nocht nicht verstehen, aber das wird noch kommen. Sie hatten halb recht. Ich habe es nie ganz verstanden, aber ich hab begonnen es zu glauben und dieselbe Ohnmacht gespürt wie sie: Man kann nichts dagegen tun. So habe ich mir Elend und Armut als natürlichen Sachzwang erklärt, ohne zu verstehen.

Der Marxismus hat mir einen Weg raus aus diesem Dilemma gezeigt und Erklärungen, die so lang gefehlt haben: Es stimmt, dass Ungerechtigkeiten im Kapitalismus gerade einfach so sind. Als Einzelne können wir am System nichts ändern. aber deshalb ist es natürlich oder allgemein unveränderlich. Unsere Gesellschaft, wie wir produzieren, wer was bekommt und wie wir leben folgt nicht nur Naturgesetzen, sondern ist menschengemacht. Deshalb können wir es auch verändern, aber nur im Kollektiv.

Marx hat geschrieben: “Die Menschen machen ihre eigene Geschichte, aber sie machen sie nicht aus freien Stücken, nicht unter selbstgewählten, sondern unter unmittelbar vorgefundenen, gegebenen und überlieferten Umständen.” Ich möchte, dass wir Menschen unsere Geschichte wieder selbst in die Hand nehmen und so einrichten, dass unser Wirtschaftssystem dem Glück aller Menschen dient und nicht dem Profit. Das können wir nicht alleine machen, sondern nur gemeinsam. Deshalb bin ich politisch aktiv.

Meine Erfahrungen…

Das schönste an Junge Linke ist, dass man unglaublich viel lernen und ausprobieren kann. Das habe ich in den letzten vier Jahren gemacht: Ich habe in Oberösterreich die Landesorganisation mit anderen aufgebaut, Bezirksgruppen bei ihrer Arbeit unterstützt, Social Media und Pressearbeit gemacht, Bildungsformate entwickelt und auch gelernt mich selbst, meine Grenzen und Bedürfnisse wahr- und ernst zu nehmen. Aber vor allem habe ich richtig viele tolle und spannende Leute kennengelernt und bei jede:r Begegnung was dazugelernt.

Ich kandidiere, weil…

wir viele sein müssen, wenn wir die Welt verändern wollen. Und dafür braucht’s eine starke, einladende und lokal verankerte kommunistische Jugendorganisation in Oberösterreich. Daran mag ich noch ein Jahr im Landesvorstand mitarbeiten und mit Junge Linke für möglichst viele junge Leute, einen Ort zum Lernen und Ausprobieren bieten.

Das kann ich besonders gut…

Pippi Langstrumpf hat mal gesagt: Das habe ich noch nie vorher versucht, also bin ich mir völlig sicher, dass ich es schaffe. Und das mache ich am liebsten: Leuten sagen, dass sie sich Dinge schon zutrauen können und ehrlich Feedback geben. Und wenn man was nicht alleine schafft oder mal was schief geht, helfen wir zusammen. Dafür gibt’s eine Organisation.

So soll sich Junge Linke in den nächsten Jahren weiterentwickeln…

Das kostenlose, solidarische Nachhilfe-Netzwerk in Oberösterreich soll noch wachsen und auch außerhalb von Linz Lern-Cafés und -Zentren eröffnen – weil junge Leute überall einen Ort zum gemeinsam lernen, diskutieren und politisieren brauchen. Außerdem will ich mithelfen unsere Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit weiterzuentwickeln, weil wir dort den Unterschied zwischen oben und unten sichtbar machen und politisieren können und mehr Leuten in den Bezirksgruppen das Werkzeug für politische Arbeit in die Hand geben.