Bewerbung als weiteres Vorstandsmitglied

Bernd Breuer

Ich darf mich kurz vorstellen…
Mein Name ist Bernd Alexander Breuer, ich bin 19 Jahre alt, komme aus Klagenfurt, und arbeite zur Zeit beim Österreichischen Roten Kreuz als Rettungssanitäter. Ich bin nebenbei Pianist, Schachspieler, und am allerwichtigsten: Sozialist.

Ich bin politisch aktiv, weil…
ich das Richtige tun will. Es ist eine moralische Order, alles nach seinen Kompetenzen zu tun, um die Welt zu verbessern. Wenn es also einen Missstand gibt, will ich ihn beseitigen, das sollte selbstverständlich sein. Aus diesem Grund habe ich mich eine Zeit lang bei Fridays For Future organisiert. Der Klimawandel ist aber nur ein Symptom des viel tiefer liegenden Problems, des Kapitalismus, deshalb bin ich schlussendlich zu den Jungen Linken gekommen.

Meine Erfahrungen…
Bei der Rettung ist es beinahe alltäglich, Menschen zu sehen, die von unserer Gesellschaft, Politik und Regierung fallen gelassen wurden, oft dann, wenn sie am verzweifeltsten Hilfe brauchen. Ob es nun alte und gebrechliche Menschen im Heim sind, die wegen dem Pflegemangel nur so dahin vegetieren, oder Leute, die sich im Stich gelassen fühlen, nutzlos und verachtet, und keinen anderen Ausweg mehr sehen. In einer Welt, die nur den Profit ehrt, und ihm dient, wird sich das aber niemals ändern.

Ich kandidiere, weil…
ich dieses Leid einfach nicht mehr sehen will. Die Existenz und tiefe Überzeugung von einigen wenigen Linken ist nicht genug, um einen Unterschied zu machen. Wir brauchen ordentliche Organisierung und vor allem Strategie, um nicht wie ein desorientierter Haufen vor sich hinzujammern, sondern aktiv die Gesellschaft zu verändern. Ich werde im Bundesvorstand die Stimme sein, die darauf drängt.

Das kann ich besonders gut…
Menschen organisieren, unbeirrt ein Ziel verfolgen, und mich kompromisslos dem Prinzip der Demokratie beugen. Ich hoffe auf Unterstützung für mein Vorhaben, die Jungen Linken zu aktiver und realitätsbezogener Politik zu bewegen, ich werde aber im Bundesvorstand nie etwas tun, was gegen den demokratischen Willen unserer Mitglieder geht. Dieser Wille ist wichtiger als meine Überzeugungen oder die von irgendwem anders. Diese Basisdemokratie muss bei uns verankert sein und bleiben.

So soll sich Junge Linke in den nächsten Jahren weiterentwickeln…
In eine starke und auf die Realität fixierte Linke. Großkonzerne und deren Lobbyisten haben Geld, sind rastlos, und auf Erfolg getrimmt. Da dagegen zu halten, erfordert kompetentes Vorgehen. Egal, wie viele Aktionswochen wir zu historischen Ereignissen machen, egal wie viele Theorieseminare, Lesekreise, Politcafés, Workshops und so weiter, nichts davon erreicht etwas. Die KPÖ Graz hat etwas erreicht, Deutsche Wohnen & Co. enteignen hat etwas erreicht, wir sind als Nächste dran.

Auf dieses Projekt freu ich mich im nächsten Jahr am meisten…
Im Jahresplan für 2022 ist leider wenig Tatkraft enthalten, dafür viel Symbolismus. Am Bundeskongress werde ich aber, falls nötig mittels Eilanträgen, darauf pochen, uns erstens auf die nicht unwahrscheinliche Möglichkeit von Neuwahlen vorzubereiten, und zweitens eine Initiative einzuleiten, die das Potential hat, österreichweit Aufmerksamkeit zu erlangen und etwas zu verändern, sei es parteipolitische oder gewerkschaftliche Arbeit, ein Volksbegehren, eine mediale Kampagne, etc.