Amir Sturm

WEITERES VORSTANDSMITGLIED

Ich darf mich kurz vorstellen…
Ich bin 26 Jahre alt und komme aus der Südsteiermark, wohne aber schon seit meiner Kindheit in Wien. Ich studiere Englisch und Geschichte auf Lehramt und interessiere mich für allen möglichen Kram, der irgendwas mit Geschichte zu tun hat – Bücher, Städte, Häuser und sonstiger Ramsch. Den Hauch von Spießigkeit, den das Lehrerdasein manchmal mit sich bringt, gleiche ich durch die ein oder andere durchtanzte Nacht aus!

Ich bin politisch aktiv, weil…
wir in einer Zeit leben, die noch nie dagewesene Chancen für radikale Veränderungen der Gesellschaft bietet! Dass die kapitalistische Welt grauslich ist, spürt die Mehrheit der Leute in Österreich täglich. Ob im Krankenhaus als Pflegemaschine, im Betrieb als Arbeitstier oder in der Schule als Kandidat für die zukünftige Nutzung durch Staat und Wirtschaft – unsere Gesellschaft basiert auf Ausbeutung. Seit der Niederlage des Realsozialismus und dem Niedergang des sozialpartnerschaftlichen Kompromisses zeigt sich diese Tatsache immer offener. Aber momentan ist das Ergebnis hauptsächlich die vielzitierte Politikverdrossenheit, besonders unter uns jungen Menschen. Gleichzeitig liegt hier die große Chance für echte sozialistische Politik, die die Menschen mitnimmt: Die Mehrheit der arbeitenden Menschen und der Jugendlichen weiß, dass sie von diesem System nichts zu erwarten haben. Hier haben wir die Chance einzuhaken und die Resignation und Wut unserer Generation zu Widerstand zu machen!

Ich kandidiere, weil…
ich noch lange nicht fertig bin! Schon seit letztem Jahr darf ich mit einem bomben Team den Verband in Wien weiterbringen. Von den Schwerpunkten Schule und Antirassismus, bis zu neuen Konzepten in der Außenarbeit ist viel passiert. Aber es gibt noch viel zu tun und meine Motivation, so richtig Gas zu geben, ist noch lange nicht am Ende!

Das kann ich besonders gut…
Für manche ist es ein Graus, aber mir macht es Spaß: Mit (vielen) Leuten reden! Egal ob in Kleingruppen, Kongressen oder unseren Barabenden – ich bin einfach kommunikativ! Ich bin auch manchmal ein bisschen ein Nörgler und stelle Sachen in Frage. Aber wenn ich von der Sinnhaftigkeit einer Idee, eines Projekts oder sonst irgendetwas überzeugt bin, gebe ich mein Bestes, um uns weiterzubringen. Ich investiere viel Zeit und Mühe in die politische Arbeit und begreife sie als einen der wichtigsten Aspekte meines Lebens. 

So soll sich Junge Linke Wien in den nächsten Jahren weiterentwickeln…
Ich wünsche mir, dass Junge Linke der Ort in Wien wird, wo junge Menschen ihre Geschicke selbst in die Hand nehmen. Um das zu schaffen, müssen wir aber gegen das Misstrauen in Politik ankämpfen und attraktiv für die vielen jungen Leute sein, die keine Hoffnungen in das politische System haben und glauben, “an Politik nicht interessiert” zu sein. Deshalb müssen wir jünger und vor allem breiter werden. Das heißt für mich, ein Stück weiter aus dem studentisch geprägten Milieu der linken Szene herauszukommen und zur politischen Heimat der zehntausenden vom System alleingelassenen Jugendlichen zu werden.

Auf dieses Projekt freu ich mich im nächsten Jahr am meisten…
Natürlich auf die Lernnetz-Cafes! Schon jetzt stecke ich gemeinsam mit einem richtig nicen Team viel Arbeit in dieses Projekt. Ich glaube, was wir da machen ist wirklich was neues und entspricht sehr stark dem, was ich mir von der Entwicklung unseres Verbandes wünschen würde. Die Mischung aus konkreter Nützlichkeit und dem Anspruch der Kontinuierlichkeit und Organisierung hat großes Potenzial. Da macht es mir sogar Spaß, in aller Herrgottsfrüh aufzustehen, damit ich um 7 Uhr in der Kälte Flyer verteilen kann – weil ich weiß, so erreichen wir etliche junge Menschen, die uns noch nicht kennen.