Filmtipp der Woche:

Aktuelle Ausgabe:

Moonlight

Little, Chiron, Black – das sind die drei Spitznamen, die die Hauptfigur Chiron im Laufe des Films ‘Moonlight’ annimmt und die stellvertretend für seine, sich während des Films verändernde Persönlichkeit, stehen. Chiron – ein in Miami aufwachsender homosexueller Afroamerikaner – wird geprägt von einem durch Drogensucht, Armut und repressiven Rollenbildern beeinflussten Umfeld. Der Film begleitet den neunjährigen Chiron, der von seinen Mitschülern gehänselt und aufgrund seiner zierlichen Statur “Little” genannt wird, über seine nicht weniger schwierigen Jugendjahre hinweg bis ins Erwachsenenalter, als er – mittlerweile Black genannt – getrieben durch die ihm auferlegten Rollenbilder und beeinflusst durch die zweifelhaften Vorbilder, welche ihn in seinem Milieu prägten, einen zumindest oberflächlich völlig anderen Menschen darstellt, als im bisherigen Film gezeigt. Der Film gliedert sich in drei Kapitel, die jeweils die einzelnen Abschnitte seines Lebens, als Little, Chiron und Black, erzählen.

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Infos:

Was ist das politische an “Haus des Geldes”, “Joker” und “Ru Paul’s Drag Race”? Allesamt sind Produkte der Kulturindustrie und durch politische Analyse dieser Kulturprodukte können wir viel über den Stand des Bewusstseins unserer Gesellschaft erfahren. Beim Filmtipp der Woche gibt es deshalb jede Woche ein politische Filmrezension von aktuellen Filmen und Serien mit einer tiefgehender Analyse der gesellschaftlichen Verhältnisse, die sie hervorbringen.

Letzte Filmtipps:

Operation Spring – Von Unschuldslamm und Sündenbock

Erster Mai 1999 – Tag der Arbeit. Während der Festzug der SPÖ langsam über den Wiener Ring schreitet befindet sich der Nigerianer Marcus Omofuma am Weg zum Flughafen Wien-Schwechat, von wo er mit einem Abschiebeflug außer Landes gebracht werden soll. Es soll ein Abschiebeflug sein wie so viele andere auch und am besten kein großes Aufsehen verursachen. Alltag in einem Land in dem im Jahr zuvor über 10.000 Menschen abgeschoben worden waren. So hätte es sich der Genosse Innenminister, Karl Schlögl, wohl gewünscht. Doch noch vor dem Zwischenhalt in Sofia passiert ein Unglück: Marcus Omofuma erstickt. Er war von den Polizeibeamten im Flugzeug gefesselt, sein Mund verklebt worden. Den Beamten bewusstes Kalkül zu unterstellen, würde wohl zu weit gehen, zeigt aber, wie wenig ein Menschenleben den Rassist*innen wert ist.

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Die Reisen des jungen Che – Ein Kontinent im Umbruch

Noch ist die Zukunft des späteren Guerilla-Kämpfers und Revolutionsführers „Che“ Guevara nicht zu erahnen. Er ist Ernesto Guevara de la Serna, 24-jähriger Medizin-Student aus gut behütetem bürgerlichem Haus in Buenos Aires. Zwar kommt Ernesto schon während seines Studiumsmit marxistischer Literatur und Politik in Kontakt, doch erst das Reisen und das hautnahe Erleben der Verelendung und Ausbeutung der indigenen Bevölkerung in Lateinamerika prägen das Empfinden und Denken des jungen Ernestos nachhaltig. Gemeinsam mit dem lockeren und sechs Jahre älteren Biochemiker Alberto Granado macht sich Ernesto 1953 auf eine monatelange Reise durch Südamerika. Der Film “Die Reise des jungen Che” begleitet sie dabei

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Sorry, we missed you – Keiner zuhause

Selten geht ein Film so nahe wie Ken Loachs neuster Streich “Sorry, we missed you” der einen nach etwas mehr als eineinhalb Stunden desillusioniert und ratlos zurücklässt. Der britische sozialistische Regisseur zeigt das harte Leben der neuen Arbeiter*innenklasse in England: Null-Stunden-Verträge, ein ausgehöhltes Sozial- und Gesundheitssystem und die “Fuck you”-Attitüde der Firmen, die ihre eigene Verantwortung auf ihre Arbeiter*innen abstreifen

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