Moonlight

Little, Chiron, Black – das sind die drei Spitznamen, die die Hauptfigur Chiron im Laufe des Films ‘Moonlight’ annimmt und die stellvertretend für seine, sich während des Films verändernde Persönlichkeit, stehen. Chiron – ein in Miami aufwachsender homosexueller Afroamerikaner – wird geprägt von einem durch Drogensucht, Armut und repressiven Rollenbildern beeinflussten Umfeld. Der Film begleitet den neunjährigen Chiron, der von seinen Mitschülern gehänselt und aufgrund seiner zierlichen Statur “Little” genannt wird, über seine nicht weniger schwierigen Jugendjahre hinweg bis ins Erwachsenenalter, als er – mittlerweile Black genannt – getrieben durch die ihm auferlegten Rollenbilder und beeinflusst durch die zweifelhaften Vorbilder, welche ihn in seinem Milieu prägten, einen zumindest oberflächlich völlig anderen Menschen darstellt, als im bisherigen Film gezeigt. Der Film gliedert sich in drei Kapitel, die jeweils die einzelnen Abschnitte seines Lebens, als Little, Chiron und Black, erzählen.

Trial of the Chicago 7

Der 2020 auf Netflix erschienene, Spielfilm “The Trial of the Chicago 7” erzählt die Geschichte des wohl bekanntesten und umstrittensten US-Amerikanischen Gerichtsprozesses der Vietnam-Ära und seine Hintergründe. Nach lautstarken und mitunter gewaltsam endenden Protesten gegen den Vietnamkrieg im Zuge der Democratic National Convention 1968, werden ihre Rädelsführer verhaftet und angeklagt, einen gewaltsamen Aufstand geplant zu haben. Zunächst noch acht, später sieben, junge Aktivisten müssen sich so in einem mitunter politisch motivierten Prozess gegen die US-Justiz behaupten, die sie unter allen Umständen hinter Schloss und Riegel bringen will.

Pride – Ein Lehrstück der Solidarität

London, 1984: Mark Ashton (Ben Schnetzer), schwuler Jungkommunist aus der Hauptstadt, hat ein für alle Mal genug: Als er die Nachrichten von Bergarbeiter-Streiks gegen die angekündigten Minen-Schließungen in Großbritannien hört, beschließt er, selbst aktiv zu werden und die Arbeiter bei ihrem Kampf gegen die Thatcher-Regierung zu unterstützen. Rasch versammelt er einige Getreue, die mit ihm Geld für die Gewerkschaftskämpfe im Rahmen der London Pride – einer sonst doch eher unpolitischen Parade – sammeln.

Wir Kinder vom Bahnhof Zoo

2021 startete die Serie “Wir Kinder vom Bahnhof Zoo”. Grundlage dafür war ein Buch der Spiegel-Journalisten Kai Hermann und Horst Rieck und die dazugehörige Filmbiographie “Christiane F. – Wir Kinder vom Bahnhof Zoo” aus dem Jahr 1981. Dieser Film skizziert die reale Geschichte von Christiane F., die mit 14 Jahren drogenabhängig wird.

Operation Spring – Von Unschuldslamm und Sündenbock

Erster Mai 1999 – Tag der Arbeit. Während der Festzug der SPÖ langsam über den Wiener Ring schreitet befindet sich der Nigerianer Marcus Omofuma am Weg zum Flughafen Wien-Schwechat, von wo er mit einem Abschiebeflug außer Landes gebracht werden soll. Es soll ein Abschiebeflug sein wie so viele andere auch und am besten kein großes Aufsehen verursachen. Alltag in einem Land in dem im Jahr zuvor über 10.000 Menschen abgeschoben worden waren. So hätte es sich der Genosse Innenminister, Karl Schlögl, wohl gewünscht. Doch noch vor dem Zwischenhalt in Sofia passiert ein Unglück: Marcus Omofuma erstickt. Er war von den Polizeibeamten im Flugzeug gefesselt, sein Mund verklebt worden. Den Beamten bewusstes Kalkül zu unterstellen, würde wohl zu weit gehen, zeigt aber, wie wenig ein Menschenleben den Rassist*innen wert ist.

Die Reisen des jungen Che – Ein Kontinent im Umbruch

Noch ist die Zukunft des späteren Guerilla-Kämpfers und Revolutionsführers „Che“ Guevara nicht zu erahnen. Er ist Ernesto Guevara de la Serna, 24-jähriger Medizin-Student aus gut behütetem bürgerlichem Haus in Buenos Aires. Zwar kommt Ernesto schon während seines Studiumsmit marxistischer Literatur und Politik in Kontakt, doch erst das Reisen und das hautnahe Erleben der Verelendung und Ausbeutung der indigenen Bevölkerung in Lateinamerika prägen das Empfinden und Denken des jungen Ernestos nachhaltig. Gemeinsam mit dem lockeren und sechs Jahre älteren Biochemiker Alberto Granado macht sich Ernesto 1953 auf eine monatelange Reise durch Südamerika. Der Film “Die Reise des jungen Che” begleitet sie dabei

Sorry, we missed you – Keiner zuhause

Selten geht ein Film so nahe wie Ken Loachs neuster Streich “Sorry, we missed you” der einen nach etwas mehr als eineinhalb Stunden desillusioniert und ratlos zurücklässt. Der britische sozialistische Regisseur zeigt das harte Leben der neuen Arbeiter*innenklasse in England: Null-Stunden-Verträge, ein ausgehöhltes Sozial- und Gesundheitssystem und die “Fuck you”-Attitüde der Firmen, die ihre eigene Verantwortung auf ihre Arbeiter*innen abstreifen

Der Staat gegen Fritz Bauer – Ein Held gegen das Vergessen

Der 2015 erschienene deutsche Spielfilm “Der Staat gegen Fritz Bauer” begleitet den namensgebenden Staatsanwalt Fritz Bauer bei seiner Jagd auf Adolf Eichmann Ende der 50er Jahre. Im Nachkriegsdeutschland der 50er hat es sich der unverbesserliche Sozialist Fritz Bauer als hessischer Generalstaatsanwalt zum Auftrag gemacht, untergetauchte oder geflohene ehemalige ranghohe Nationalsozialisten ausfindig zu machen und vor Gericht zu stellen. Als Bauer über einen jüdischen Flüchtling in Argentinien erfährt, dass sich Adolf Eichmann, einer der zentralen Architekten des Holocaust, unter falschem Namen in Buenos Aires befindet, wittert er seine Chance einen der größten Verbrecher des 20. Jahrhunderts aufzuspüren und vor Gericht zu stellen

Murer – Anatomie eines Prozesses

1963 – Franz Murer steht in Graz vor Gericht. Murer, unter seinen vermeintlichen Opfern auch bekannt als „der Schlächter von Wilna“, war von 1941 bis 1943 Leiter des Ghettos in Vilnius, der heutigen Hauptstadt Litauens, und ihm wird zur Last gelegt, dort unzählige Verbrechen an der jüdischen Bevölkerung begangen zu haben. Zu seinem Prozess reisen dutzende Holocaust-Überlebende an, um gegen ihn auszusagen und ihn seiner gerechten Strafe zuzuführen. Trotz andauernder Schikane und Verunsicherung gegenüber den jüdischen Zeugen, ist die Beweislast erdrückend

Roxanne, Roxanne: Wunderkind und Überlebenskünstlerin

Es ist 1958. Nach einem tragischen Autounfall in Kentucky wird Elizabeth Harmon, genannt “Beth”, in einem lokalen Waisenheim aufgenommen. Traumatisiert durch den Verlust ihrer Mutter verbringt Beth die folgenden Jahre im Einklang mit dem durchgetakteten Tagesablauf des Heims. Als sie durch Zufall im Keller der Erziehungseinrichtung auf den Hausmeister Mr. Shaibel trifft, öffnet er ihr den Weg in die Welt des Schachs. Beth (gespielt von Anya Taylor-Joy) lernt schnell. Unterstützt durch die bewusstseinserweiternde Wirkung von Librium, das an die Waisen im Heim