Frieden, Freiheit, Neutralität – Jugend gegen Krieg

Antrag zum 2. Bundesausschuss 2022

Antragssteller:innen: Alisa Vengerova, Dina Eggerth, Dominik Rauch, Jakob Hundsbichler, Julia Prassl, Marina Andreu y Casadesus, Tanja Reiter

Generation ohne Krieg?  

Uns wird immer wieder erzählt was für ein Glück es ist, dass unsere Generation in Europa ohne Krieg aufgewachsen ist. Aber das stimmt nicht. Der Krieg war immer da, nur für die meisten war er weiter weg. Manche von uns haben ihn auch erlebt und sind vor ihm geflüchtet. Wir sind keine Generation ohne Krieg in Europa, aber wir sind eine Generation, die weitere Kriege verhindern kann. Und das sollten wir auch tun. 

Krieg bringt nichts Gutes auf die Welt  

Nach drei Monaten Krieg in der Ukraine sind Millionen Menschen auf der Flucht und Zehntausende gestorben. Krieg bringt aber nicht nur den Tod, sondern zerstört die Arbeit von Generationen und traumatisiert. Krieg bedeutet, dass junge Menschen, vor allem Männer, ihre Freiheit verlieren und zum Töten und getötet werden in unbekannte Regionen geschickt werden. Krieg bedeutet systematische Gewalt gegen Frauen, als Kriegsbeute, als Zwangsprostituierte. Krieg bedeutet Hungersnöte, Menschenhandel und das Absterben von Demokratie. Im Krieg ist kein Menschenleben mehr etwas wert. Krieg ist die abscheulichste und absurdeste Situation die Menschen erschaffen können. 

Wer davon gewinnt 

Oft wird es so dargestellt, als würden im Krieg alle verlieren. Aber auch das stimmt nur so halb. Im kapitalistischen Wirtschaftssystem gewinnen Rüstungsindustrie und Reiche am Morden, weil sie das Kriegsgerät produzieren und verkaufen. Verengt sich die Kriegslogik weiter kommt es zu Zwangsarbeit, werden Löhne abgeschafft und Menschen im Dienste des Krieges versklavt. Die Errungenschaften von Gewerkschaften verschwinden im Krieg und es ist ein jahrzehntelanger Kampf, sie wieder herzustellen. Gewinnen tun hier die, die sich und ihr Umfeld mit Geld aus dem Kriegsdienst kaufen können und gleichzeitig mit der Kriegstreiberei Profit machen. 

Bündnis Jugend gegen Krieg 

Dass Europa in den Kriegstaumel miteinsteigt und Menschen, die wir kennen und lieben eingezogen werden, ist nicht undenkbar. Es wäre nicht das erste mal in der Geschichte, dass so etwas passiert. Die Corona-Pandemie und die aktuelle Teuerungswelle katapultiert auch in Europa immer mehr Menschen in Armut. Das bildet einen Nährboden für Verschwörungstheorien, Sündenbockphantasien und Kriegstreiberei. Gemeinsam mit der Kommunistischen Jugend Österreichs wollen wir deshalb ein Bündnis starten: Jugend gegen Krieg. Das Bündnis beginnt mit einer Kampagne und ist offen für alle Jugendorganisationen die unseren anti-militaristischen Standpunkt teilen. 

Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin 

Aus Solidarität mit allen jungen Menschen auf der Welt, die aktuell dazu gezwungen werden in einem Krieg zu kämpfen, wollen wir es uns zur Aufgabe machen junge Menschen in Österreich davon zu überzeugen, dass Krieg immer der falsche Schritt ist. Das einzige was nachhaltig verhindern kann, dass Österreich in einen Krieg einsteigt ist, dass unsere Generation nicht mitmacht. Österreich muss neutral bleiben. Ob unsere Generation in Österreich mit Illusionen in den Krieg zieht oder massenhaft den Krieg verweigert, entscheidet sich nicht erst wenn der Krieg vor der Tür steht. Die Menschen machen sich jetzt ein Bild, sie hören jetzt den Argumenten der Liberalen und Rechten zu und sie machen jetzt Erfahrungen, die prägen. Deshalb müssen wir auch jetzt unsere Generation für den Frieden gewinnen. 

Beschluss: Der Bundesausschuss beschließt die Zusammenarbeit mit der Kommunistischen Jugend Österreichs im Bündnis Jugend gegen Krieg. Das Bündnis ist beständig und dauert solange bis es aufgekündigt wird. Ziel ist es eine gemeinsame Praxis zu entwickeln, herauszufinden wie wir unsere Generation gegen den Krieg mobil machen können. Das Bündnis steht prinzipiell allen Jugendorganisatonen offen die sich gegen den Krieg und für den Frieden mit uns gemeinsam organisieren wollen. Startpunkt des Bündnis ist eine erste dreiwöchige Kampagne und gemeinsame Friedens-Feste im Juni.