Junge Linke

Gemeinsam stark werden

Jahresplan der Jungen Linken für 2019

Antrag zum 2. Bundeskongress der Jungen Linken 12.-14.04.2019 St. Gilgen am Wolfgangsee, Salzburg

Antragsteller*in: Bundesvorstand

Nach einer rasanten ersten Zeit, und vielen erfolgreichen Projekten im Jahr 2018, wollen wir 2019 unseren Verband stärken, Projekte vertiefen, und unsere Positionen schärfen. 2019 wird für uns ein Jahr in dem wir gemeinsam unsere Strukturen verfestigen, unsere Ziele konkretisieren und herausfinden, wo unser Platz als linke Jugendorganisation in der Gesellschaft sein kann.

Organisationsentwicklung: Bezirksgruppenarbeit schärfen

Stark werden wir nur, wenn viele Menschen zur gleichen Zeit an verschiedenen Orten zusammen etwas aufbauen. Bezirksgruppen sind der Ort, in dem wir uns organisieren, politisch aktiv sind und mit vielen Menschen in Kontakt kommen. Wir wollen lokal etwas bewegen, um einen Unterschied machen zu können und zu lernen, wie wir große Fragen auf konkrete Probleme herunterbrechen können. Ein und dasselbe Problem zeigt sich in Wr. Neustadt vielleicht anders als in Innsbruck.  Daher wollen wir lokale Schwerpunkte setzen und uns mit den Bedingungen vor Ort genauer auseinandersetzen. Nur wenn wir lokal lernen, nach außen zu gehen, eigene Projekte zu entwickeln und Erfolge zu feiern, werden wir es schaffen, auch langfristig bestehen zu können und Leute anzusprechen, die sich sonst nie bei uns melden würden. Dafür wollen wir daran arbeiten, unsere Bezirke kennenzulernen und Projekte umzusetzen, die wir auch gerne machen. Außerdem wollen wir uns mit dem Profil der Bezirksgruppen genauer auseinandersetzen und gemeinsam erarbeiten, was Bezirksgruppen leisten müssen, um neue Menschen einbinden und gleichzeitig erfahrene AktivistInnen langfristig zu motivieren.

Allein im letzten Halbjahr 2018 konnten wir 18 Bezirksgruppen gründen und haben damit unser Ziel bereits deutlich übertroffen. Für 2019 machen wir es uns aber nicht leicht und wollen auf insgesamt 30 Gruppen wachsen. Das heißt mit Stand Bundeskongress, dass wir dieses Jahr noch 9 Gruppen gründen wollen.

Projekte:

  • Räume zum Verändern schaffen
  • Positionsschulungen
  • Bezirkslehrgang
  • Schulung Konfliktmanagement

 

Bildungsarbeit vertiefen

Bei unser Gründung haben wir festgehalten, dass Bildung für uns mehr ist als die bloße Ansammlung von Wissen. Statt belehrt zu werden und andere zu belehren wollen wir Möglichkeiten für alle schaffen, die eigenen Lebensumstände zu verstehen und kritisch zu hinterfragen. Damit geht einher, dass wir uns nicht auf scheinbaren Gewissheiten ausruhen, sondern in unserer Arbeit vielfältigen inhaltlichen Zugängen und Methoden Platz geben.

Wer die Welt, wie sie ist, verändern will, muss sie auch verstehen. Deswegen haben wir Jungen Linken seit unserer Gründung daran gearbeitet, die Auseinandersetzung mit Tagespolitik zu vertiefen und damit ein Fundament für künftige Positionsarbeit zu legen. In den nächsten Monaten wird es darum gehen, diese Auseinandersetzung mit aktuellen politischen Themen verstärkt mit unserer Kampagnen- und Öffentlichkeitsarbeit zu verbinden. Außerdem wollen wir uns im kommenden Jahr darauf konzentrieren, an den neu geschaffenen Bildungsangeboten zu feilen, das Methodenwissen im Verband zu verbreitern und Strukturen zur Unterstützung von lokaler Bildungsarbeit zu schaffen.

Projekte:

  • Tagespolitische Debatte in Salzburg und Tirol
  • Linke Sommerwerkstatt 2019
  • TeamerInnenschulung
  • Theorieseminar für Frauen
  • Internationales Wintercamp

 

Öffentlichkeitsarbeit erweitern

Um erfolgreich zu sein, müssen wir unsere Botschaften auch nach außen tragen, denn eine Linke, die sich nur mit sich selbst beschäftigt, kann nicht wachsen. Wir wollen Menschen auf der Straße ansprechen, wie am Pausenhof – unsere Positionen bundesweit verbreiten und ein politisches Profil entwickeln, aber auch lernen zuzuhören und die Probleme wahrzunehmen, die viele Leute drücken.

Wie die Gemeinderatswahl in Salzburg gezeigt hat, können wir mit Kampagnen gemeinsam Erfolge feiern. Aber auch als Junge Linke müssen wir lernen, kampagnenfähig zu werden und zu vermitteln, was uns politisch antreibt. Das heißt uns bundesweit Gehör zu verschaffen, wenn wir uns für bessere Arbeitsbedingungen einsetzen und im Stadtteil zum Gesprächsthema zu werden, weil wir Lösungen anbieten, die das politische System in Frage stellen.

2018 haben wir erste Erfahrungen gesammelt, wie wir als Junge Linke vermitteln können, worum es uns geht. 2019 wollen wir noch mehr ausprobieren, Geschichten über eine bessere Welt erzählen und unseren Außenauftritt weiter verbessern: Sei es die Website, die fertiggestellt wird, die Pressearbeit, bei der wir auch bundesweit unsere Forderungen unterbringen wollen oder die Verteilaktionen auf der Straße, im Grätzel und vor den Schulen, mit denen wir gezielt auch die Leute ansprechen wollen, die wir sonst nicht erreichen würden. Wir wollen wachsen und die Welt aus den Angeln heben – diesen Machtanspruch wollen wir nach außen tragen.

Projekte:

  • Tag der Arbeit
  • Tag der Befreiung
  • Kampagne: “Ihr verbaut uns unsere Zukunft!”
  • World Refugee Day
  • Herbstkampagne
  • Equal Pay Day
  • Tag gegen Gewalt an Frauen

 

Spendenkultur etablieren

Als Junge Linke bekommen wir anders als die etablierten Parteien keine Gelder vom Staat. Das macht uns zwar unabhängig, verlangt es jedoch gleichzeitig eine Spendenkultur aufzubauen, denn politische Arbeit ist nicht umsonst. Dabei können uns von aktiven UnterstützerInnen aus dem linken Umfeld bis zu den konservativen Großeltern, die ohnehin alles großartig finden, was ihr Enkerl macht, mit ihrer Spende alle dabei helfen, unabhängig und professionell linke Politik zu machen.

Neben einem professionell ausgearbeiteten Konzept für die Fördermitgliedschaft und transparenten Strukturen wird es dafür vor allem die Initiative aller Mitglieder brauchen, Gespräche zu führen, Verwandte anzurufen und unser Umfeld anzusprechen, um konkrete Projekte zu finanzieren. Dabei können wir nicht nur unsere momentane Finanzierung auf eine breitere Basis stellen, sondern auch für die Zukunft (wortwörtlich) wertvolle Netzwerke knüpfen und Erfahrungen sammeln, wie sich für linke Projekte Geldmittel aufstellen lassen.

Projekte:

  • Offensive zur Fördermitgliedschaft
  • FinanzreferentInnentraining
  • Wording Mitgliedschaft schärfen

Frühjahr

1 Mai – Tag der Arbeit
Um den 1. Mai wollen wir zeigen, dass es an diesem Tag um mehr geht, als um bloße Tradition. Abseits von Würstel essen und Blasmusikkapellen wollen wir darauf aufmerksam machen, dass das Arbeitsklima unserer Gesellschaft Menschen in den Tod treibt. Jährlich sterben Tausende am Arbeitsplatz, weil die Profitlogik in unserer Gesellschaft die Grade weiter in die Höhe treibt. Dass es dabei oft an einfachen, eigentlich leicht bezahlbaren, Schutzmaßnahmen fehlt, trifft meistens die, die es sich nicht im klimatisierten Büro bequem machen können.

8. Mai – Tag der Befreiung
Der 8. Mai ist ein Freudentag – schließlich hat Nazi-Deutschland an dem Tag gegenüber den Alliierten kapituliert. Doch selbst so manchem Regierungsmitglied scheint diese Tatsache nicht ganz bewusst zu sein. Wir wollen den Tag der Befreiung nutzen, um einen gesetzlichen Feiertag zu fordern und gemeinsam diesen Freudentag zu feiern.

Kampagne “Ihr verbaut uns unsere Zukunft”
Unter diesem Titel wollen wir in allen Bezirksgruppen das Thema Klimawandel kampagnisieren.  Wen wir über den Klimawandel reden, dann dürfen wir über Wohnen nicht schweigen. Denn die österreichische Stadtstruktur macht es Menschen (vor allem, aber nicht nur jenseits von Wien) unmöglich, ein leistbares, bedürfnisorientiertes und nachhaltiges Leben zu führen. Schuld daran tragen wesentlich die BürgermeisterInnen, die keine sozialen und ökologischen Städte bauen, sondern Stadtpolitik für Wohlhabende, Investoren und Konzerne machen. Wir werden eine Gemeindebauoffensive fordern, den schmutzigsten Bürgermeister Österreichs küren und Träume von lebensfrohen und sozial gerechten Städten wecken.

Tagespolitische Debatte erweitern
Mit der Tagespolitischen Debatte haben wir ein Bildungsformat geschaffen, dass unseren Mitglieder die Möglichkeit bietet, sich eingehender mit aktuellen tagespolitischen Themen zu beschäftigen. Fast 70 Leute nehmen bereits monatlich an der Tagespolitischen Debatte teil. Damit noch mehr Mitglieder an der Tagespolitischen Debatte teilnehmen können und sich intensiv mit aktuellen politischen Fragen befassen können, werden wir die Tagespolitische Debatte jetzt auch nach Tirol und Salzburg bringen.

Offensive Fördermitgliedschaft
Politische Arbeit kostet Geld. Wir wollen mit der Fördermitgliedschaft den Leuten die Möglichkeit geben uns zu unterstützen, die unsere Arbeit toll finden, aber nicht selbst mitmachen können. Um auf diese Möglichkeit aufmerksam zu machen müssen wir offensiv dafür werben.

FinanzreferentInnentraining
Wir wissen: Unsere politische Arbeit kostet Geld. Aber woher kommt dieses Geld und wie gehen wir damit um? Gemeinsam werden sich unsere FinanzreferentInnen damit auseinandersetzen, wie wir unser Geld am besten verwalten können und auch darüber nachdenken, wie wir Mithilfe von Spendenkampagne und Fördermitgliedschaft mehr finanzielle Mittel gewinnen können.

Räume zum Verändern schaffen
Wer die Welt umkrempeln will, braucht auch Räume, die Veränderung zu planen, komplexe Zusammenhänge zu verstehen und die nächsten großen Schritte vorzubereiten. Diese Räume sind zum Teil aber auch physische Räume. Wir wollen deshalb evaluieren, wo wir vor Ort Räume für Seminare und das Bezirkstreffen brauchen und Möglichkeiten abstecken, diese zu schaffen – sei das mit einem lokalen Verein zu kooperieren oder selbst ans Werk zu gehen und zu renovieren.

Sommer

20.06. Weltflüchlingstag
Noch immer nehmen fast alle Regierungen Europas in Kauf, dass Flüchtlinge reihenweise im Mittelmeer ertrinken, nur um die eigene Politik abzusichern, die sich gegen den Großteil der Bevölkerung richtet und die wenigen bestehenden sozialen Sicherungen weiter abbaut. Wir wollen daher mit gezielten Aktionen darauf aufmerksam machen, dass das Mittelmeer immer noch eine tödliche Außengrenze der EU ist, die zum Feigenblatt verkommt, um die Politik für die Reichen zu kaschieren.

Linke Sommerwerkstatt 2019
Nachdem wir uns 2018 vier Tage lang mit dem Kampf um Arbeit beschäftigt haben, wollen wir dieses Jahr von 14. bis 18. August in Slowenien wieder an unserer Positionsarbeit arbeiten, lernen schlagkräftige Forderungen zu formulieren und zu verstehen, wie wir große gesellschaftliche Themen politisch ansprechen können. Spannende Vorträge, intensive Diskussionen, sich mit vielen jungen linken Leuten austauschen und ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm – so viel schon jetzt: Save the date und mehr Infos gibt’s in Kürze.

Teamerinnenschulung
Startend mit der Sommerwerkstatt wollen wir uns im Rahmen einer Schulung ansehen, wie wir unsere Bildungsveranstaltungen, die Tagespolitische Debatte und Diskussionen noch besser gestalten und selbst vorbereiten können. Welche Skills und Methoden braucht es dafür? Was heißt es, eine Veranstaltung gut zu moderieren und wie können wir es schaffen und noch mehr Leute bei unseren Treffen einzubinden.

Herbst

Volksstimmefest und Afterparty
Auf dem größten Fest der österreichischen Linken wollen wir den BesucherInnen des Fests nicht bloß die kreativsten Cocktails, sondern auch unsere Ideen für eine starke linke Kraft anbieten. Bei einer erstmalig stattfindenden Afterparty werden einander bereits die lustigsten Erlebnisse vom diesjährigen Fest erzählt und wir stoßen auf ein gelungenes Wochenende an.

Equal Pay Day
Ab 2. November arbeiten Frauen in Österreich statistisch umsonst – damit verdienen sie ohne jeglichen Grund noch immer deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen. Wir wollen den Tag zum Anlass nehmen, um uns mit geschlechtsbezogenen Arbeitsverhältnissen auseinanderzusetzen und das in unsere Öffentlichkeitsarbeit aufzunehmen.

Positionsschulungen – Zweite Runde
Bereits 2018 haben wir damit begonnen, die Aufgabenprofile für SprecherInnen, GeschäftsführerInnen und FinanzreferentInnen bei den Jungen Linken zu schärfen, gemeinsame Arbeitsabläufe zu schaffen und uns gegenseitig in unseren Erfahrungen auszutauschen oder gemeinsam aufgetretene Schwierigkeiten zu besprechen. Wir wollen das dieses Jahr fortsetzen und uns ein weiteres Mal treffen, um uns zu fragen, wie wir die Arbeit von Vorstandsmitgliedern in Landesvorständen aber auch im Bundesverband noch weiter verbessern können.

3. Bundesausschuss
Beim zweithöchsten Gremium der Jungen Linken kommen Delegierte der Landesorganisationen und der Bezirke zusammen, um sich gemeinsam mit dem Bundesvorstand über die strategische Entwicklung des Verbands auszutauschen und an der Jahresplanung für 2020 zu feilen. Am Bundesausschuss wollen wir verstärkt Raum für gemeinsame Diskussion über Erfahrungen aus der lokalen Arbeit schaffen und über Verantwortung und Aufgabe von Führungskräften sprechen. Diesmal suchen wir einen Ort außerhalb Wiens, an dem sich alle Delegierten ein Wochenende lang austauschen können.

Landeskongresse
Seit der Gründung von Junge Linke hat sich in allen Landesorganisationen viel getan, neue Leute sind dazu gestoßen und Gruppen wurden gegründet. Auf den Landeskongressen im Herbst werden die Weichen für ein weiteres erfolgreiches Jahr in den Bundesländern gestellt.

Start Bezirkslehrgang
Die Jungen Linken wachsen in einem rasanten Tempo und überall sprießen neue Bezirksgruppe aus dem Boden. Mir  bereits über 20 Bezirksgruppen wollen wir aber nicht nur wachsen, sondern uns auch laufend den zentralen Fragen der Bezirksgruppenarbeit widmen. Beim Bezirkslehrgang wollen wir uns über die Aufgaben und Herausforderungen von Bezirksarbeit austauschen und in Workshops Skills entwickeln, die uns den Alltag in den Bezirksgruppen erleichtern.

Theorieseminar für Frauen
Die Theoriearbeit der Jungen Linken ist, wo sie stattfindet, bislang vor allem noch durch Männer geprägt. Wir organisieren daher ein Theorieseminar nur für Frauen, bei dem sich 10-15 Frauen ein Wochenende lang mit gesellschaftskritischer politischer Theorie beschäftigen und erarbeiten, was unser Verband braucht, damit Theoriearbeit keine vorrangige Männersache bleibt.

Winter

25.11: Tag gegen Gewalt an Frauen
Jede fünfte Frau in Österreich ist von Gewalt durch ihren Ehemann oder Partner betroffen. 90 Prozent aller Gewalttaten werden in der Familie und im nahen Umfeld ausgeübt. Dabei bedroht Schwarz-Blau das Recht auf Selbstbestimmung. Am Tag gegen Gewalt an Frauen wollen wir uns auch heuer wieder dem Thema widmen.

Schulung Konfliktmanagement
Konflikte gehören zur politischen Arbeit wie rechtsextreme Politik zur FPÖ. Auch wir können Konflikte in unserer politischen Arbeit nicht vermeiden oder totschweigen, sondern wollen sie ansprechen und produktiv bearbeiten. Leider ist das eine Fähigkeit, die in unserer Gesellschaft kaum vermittelt wird. Wir machen daher eine Schulung, um zu lernen, Konflikte für uns fruchtbar bearbeitbar zu machen.

Internationales Wintercamp
Beim Internationalen Wintercamp wollen wir uns mit anderen, linken europäischen Jugendorganisationen vernetzen um gemeinsam über den Tellerrand zu blicken. Wir werden uns vernetzen und über die verschiedenen Probleme und Lösungsansätze diskutieren.

Neujahrskonferenz Jänner 2020
Der nächste Bundeskongress soll noch größer werden. Eingebettet in eine 4-tägige Neujahrskonferenz mit vielen spannenden Workshops wollen wir den Jahreswechsel nutzen, um zusammenzukommen, unsere strategische Ausrichtung und die nächsten Schritte zu beschließen und einen guten Start in ein weiteres erfolgreiches Jahr auf dem Weg zu unseren Zielen zu feiern.

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