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Antragssteller*in: Bundesvorstand – Sarah Pansy, Tobias Schweiger, Tanja Reiter, Tobias Kohlberger, Luisa Lorenz, Teresa Griesebner, Simon Neuhold

Seit sich die Jungen Linken 2018 gegründet haben, ist unsere Arbeit mit der KPÖ eng verbunden. Wir haben eine erste Anstoßfinanzierung bekommen und Zugang zu den Räumen der KPÖ erhalten. Ohne diese finanzielle und materielle Basis wären viele unserer Projekte nicht möglich gewesen. Im Gegenzug haben wir bereits mehrere Räume renoviert, mehrfach Wahlkampfunterstützung geleistet und zusammen haben wir Junge Linke mit der KPÖ gemeinsam einen erfolgreichen Wahlkampf in Salzburg geführt. Auch wenn wir in vielen Punkten unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie wir gemeinsame nächste Schritte angehen, haben sowohl wir Jungen Linken als auch die KPÖ  von unserer Kooperation bereits sehr profitiert. Diese Kooperation wollen wir nun weiter vertiefen. Dafür legen wir zwei konkrete Projekte fest und schlagen einen regelmäßigen Austausch auf allen Ebenen vor.

1) Geschichten schreiben

Die KPÖ ist eine traditionsreiche Partei und viele Mitglieder sind in verschiedenen Phasen des 20. und 21. Jahrhunderts aktiv gewesen. Sie waren Zeuge des Falls der Sowjetunion und haben damit einen enormen Einschnitt im globalen Koordinatensystem der Linken erlebt. Sie haben eine Zeit erlebt, in der die Abschaffung des Kapitalismus keine leere Phrase sondern eine reale Möglichkeit war. Mit dem Ende der Sowjetunion ging dieser Traum von einer ganz anderen, befreiten Gesellschaft zu Ende. Über vieles wurde unter Linken nicht mehr gesprochen und anderes war auf einmal ganz anders. Jedes Mitglied der KPÖ ist nicht nur eine politisch aktive Person, sondern trägt in sich einen vergänglichen Erfahrungsschatz einer Zeitenwende, die die Linke völlig verändert hat. Diese persönlichen Geschichten, die an diesem globalen Bruch teilhaben, wollen wir dem Verschwinden entziehen. In einem Dokumentationsprojekt sollen diese Geschichten anhand der Methode “Oral History” aufgearbeitet und in verschiedener Form zugänglich werden. Die Mitglieder der KPÖ sollen damit auch eine Würdigung ihrer oft ignorierten Arbeit erfahren.

2) Proteste gegen das Ustaša-Treffen in Bleiburg/Pliberk

Die Ustaša waren eine antisemitische, antikommunistische terroristische Organisation, die in Kroatien einen faschistoiden Staat errichtete und eng mit Nazi-Deutschland verbündet war. Sie waren verantwortlich für zahlreiche Kriegsverbrechen und betrieben das KZ Jasenovac, indem sie fast 100.000 Menschen auf grausamste Art umbrachten. Jährlich treffen sich im Kärntner Bleiburg/Pliberk tausende Menschen, um den Ustaša zu huldigen. Dagegen finden auch Proteste statt. Bisher ist jedoch nicht gelungen, diesen Umtrieben ein Ende zu machen. Die KPÖ ist hier besonders verdienstvoll, diese Treffen nicht unkritisiert zu lassen. Wir wollen zukünftig die Proteste gegen die Sympathisant*innen der Ustaša zu einem wichtigen Fixpunkt im Jahr machen, ein Konzept für antifaschistische Praxis vor Ort und eine mediale Strategie entwickeln sowie mit der KPÖ gemeinsam besprechen, wie wir die Proteste vorantreiben können. 

Außerdem wollen wir halbjährliche Treffen der Landesvorstände von KPÖ und Junge Linke  sowie regelmäßige Reflexionstreffen auf Bundesebene einrichten, um weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten und eine intensivere Gesprächsbasis herzustellen.

beschlossen am 5. Bundesausschuss der Jungen Linken, 25.01.2020 Favoriten, Wien