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Sri Lanka: Anfang einer globalen Pleitewelle?

Die Preise steigen aktuell überall, doch an manchen Orten sind die Konsequenzen besonders dramatisch. Schon im Mai verkündete Sri Lanka offiziell die Staatspleite. Der Inselstaat konnte seine Auslandsschulden nicht mehr zurückzahlen. Das hat jetzt fatale Konsequenzen für die Bevölkerung. Schon länger gibt es Engpässe bei Lebensmitteln, jetzt fehlen auch Medikamente in den Krankenhäusern. Gleichzeitig ist die politische Lage angespannt. Menschen protestieren gegen die Regierung, die mit Gewalt und Militarisierung antwortet.

Schuldenspirale mit fatalem Ausgang

Die Krise in Sri Lanka ist durch eine fatale Spirale von Auslandsverschuldung und politischem Versagen entstanden. Sri Lanka ist stark von Importen abhängig, die auf dem Weltmarkt nur mit US-Dollar erworben werden können. Durch die Coronakrise wurden diese teurer und das Land konnte sich Gas, Öl, Lebensmittel und Medikamente nicht mehr leisten. Gleichzeitig machte die Regierung fatale Fehler: um zu sparen, wurden Düngemittelimporte verboten, was jetzt zu großen Ernteausfällen führt.

Wiederholt sich die Geschichte?

Während die Situation in Sri Lanka besonders drastisch ist, könnte das Gleiche in den nächsten Monaten noch mehreren Staate drohen. Auch andere Länder sind stark vom Anstieg der Rohstoffpreise getroffen, darunter der Jemen, Somalia, Afghanistan und der Libanon. Die Wende in der Zinspolitik der amerikanischen Zentralbank FED verschärft die Krise im Globalen Süden, denn dadurch werden die Importe, die in Dollar bezahlt werden, teurer. Schon in den 1970er-Jahren erlebte der Globale Süden eine riesige Schuldenkrise, als die FED die Zinsen anhob. Während solche Entscheidungen von außen oft technisch wirken, zeigen die Konsequenzen die Asymmetrie des globalen Kapitalismus und die imperialen Machtverhältnisse besonders deutlich auf. 

📰 Der ORF fasst die Probleme in Sri Lanka zusammen.

📰 Das Jacobin Magazin erklärt, wie das globale Finanzsystem systematisch zu Krisen im Globalen Süden führt. (Englisch)

📰 Die Uno warnt vor einer Hungerkatastrophe auf Sri Lanka.

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