Knackige, politische Analyse zu den wichtigsten Nachrichten

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Sanktionen gegen Russland: Wen der Wirtschaftskrieg wirklich trifft

Als Reaktion auf die russische Invasion der Ukraine hat die westliche Staatenwelt Sanktionen in einer nie dagewesenen Größenordnung verhängt. Die Sanktionen reichen von konkreten Maßnahmen gegen Oligarchen und Politiker bis zum Einfrieren der Finanzreserven der russischen Zentralbank – wohl der härteste Schlag und eine beispiellose wirtschaftliche Kriegserklärung. (Weitgehend von Sanktionen ausgenommen sind bisher Öl und Gas, von denen westliche Staaten abhängig sind.) Zweck ist erstens, die russischen Eliten zu treffen und die persönlichen Kosten des Krieges für sie in die Höhe zu treiben. Zusätzlich soll die russische Bevölkerung drastisch verarmt werden – mit dem Ziel, dass der Krieg für Putin auch innenpolitisch untragbar wird.

Sanktionen sind trotz ihres zweifelhaften Erfolges ein zunehmend beliebtes Mittel geworden, weltpolitisch Druck auszuüben und Bevölkerungen in Armut zu treiben. Der Wertverfall des russischen Rubel etwa, der durch die Sanktionen gegen die Zentralbank ausgelöst wird, wird dazu führen, dass Importe unleistbar werden. Russland importiert etwa 66 Prozent der Medikamente, die im Land benötigt werden. Die UNO und andere Beobachter halten fest, dass nicht nur die Bevölkerung im sanktionierten Land schwer getroffen wird, sondern alle Länder, die wichtige Wirtschaftsbeziehungen zu dem Land haben. Gerade in den ärmeren Ländern der arabischen Welt und Westasiens werden große Teile des Weizens aus Ukraine und Russland importiert. Das UN-Welternährungsprogramm bezog über die Hälfte der Lebensmittel, die es in Krisenregionen verteilte, aus der Ukraine. Die Kriegshandlungen und die Sanktionen werden also zu einer massiven Zunahme des weltweiten Hungers führen.

Die Deutsche Welle bietet einen Überblick über die bisherigen Sanktionen gegen Russland. 

Die junge Welt berichtet über die steigende Ernährungsunsicherheit angesichts des Krieges und der Sanktionen.

Der Historiker Adam Tooze sagt im Standard-Interview: “Wir führen einen Wirtschaftskrieg gegen Russland.”

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