Lesekreis: Born to be Free

Freiheit, Gleichheit, Solidarität – diese Forderungen schrieb sich die französische Revolution auf die Fahnen. Die Philosophie Jean-Jacques Rousseaus, Immanuel Kants, GWF Hegels und vieler weiterer fallen in diese wichtige Zeit der radikalen bürgerlichen Philosophie. Warum ist das für uns Junge Linke relevant? 

Wir gehen in diesem Lesekreis historisch zurück zur Entstehungszeit der Linken. Denn das Selbstverständnis der bürgerlichen Gesellschaft bildet die historische Grundlage der marxistischen Gesellschaftskritik. Außerdem begründet es die Frage danach, was die gesellschaftliche Aufgabe einer Linken überhaupt ausmacht. 

Im Lesekreis stellen wir uns die Fragen: Was ist die bürgerliche Gesellschaft und wie steht sie – historisch und theoretisch – in Verbindung zum Kapitalismus? Was bedeuten die Begriffe „Freiheit“, „Gesellschaft“ und „Revolution“ eigentlich im konkreten Kontext ihres bürgerlichen Entstehens? Und wie gehen wir als Linke heute damit um? Gemeinsam wagen wir uns an die großen Namen und Ideen der radikalen bürgerlichen Philosophie heran und diskutieren ihre Bedeutung für uns als Linke heute.

Was? Online-Lesekreis
Wann? Ab 15. Februar immer Dienstags, von 18:30 bis 20:30 Uhr

Was bedeutet “bürgerliche Gesellschaft”, wie wurde über “Freiheit” gesprochen und warum lesen wir Junge Linke solche Texte? – Um diese Fragen geht’s schon in der ersten Einheit, in der wir in das Thema einsteigen. Wir lernen einander auch als Gruppe kennen und sprechen darüber, was uns an dem Thema interessiert.

Mit drei kurzen Texten stellen wir gleich am Anfang des Lesekreises das Problem von “Freiheit in einer kaputten Gesellschaft” in den Mittelpunkt. Wir wollen herausarbeiten inwiefern uns die Texte der kommenden Wochen nicht aus bloß philosophischer Perspektive interessieren, sondern der Marxismus eine “Erhellung des Begriffs der Freiheit”, die uns die bürgerliche Gesellschaft gebracht hat, war. 

Der Begriff “Freiheit” steht auch in dieser Woche im Zentrum der Einheit. Rousseaus Verständnis von dem historischen Zusammenhang zwischen Natur und Gesellschaft war zentral für den Freiheitsbegriff nicht nur von Kant und Hegel, sondern auch von Marx. Über die Lektüre zwei seiner bekanntesten Texte werden wir uns diesem Freiheitsbegriff annähern, der uns alle weiteren Wochen begleiten wird.

In dieser Woche beschäftigen wir uns mit der sogenannten Arbeitswertlehre von Adam Smith, die Marx als “ungeheuren Fortschritt” gegenüber anderen Theorien über Gesellschaft im Kontext des 18. Jahrhunderts bezeichnet hat. Wir wollen versuchen nachzuvollziehen, warum Smiths Perspektiven auf die Rolle von Privateigentum und Lohnarbeit für ihre eigene Zeit überaus fortschrittlich waren, und was sich mit den Auswirkungen der ersten industriellen Revolution in Marxens Zeit schließlich daran änderte.

Mit diesem Text von Sieyes widmen wir uns dem zentralen politischen Selbstverständnis der bürgerlichen Revolution, genauer der großen Französischen Revolution von 1789. Wogegen richteten sich die revolutionären Bestrebungen dieser Zeit und was wollten sie eigentlich? Die Einheit wird sich daher vor allem um den Begriff des sogenannten “dritten Standes” und seine politische Bedeutung für die bürgerliche Revolution drehen. 

Den Ausgangspunkt dieser Einheit bildet die Bedeutung der Aufklärung für das Selbstverständnis der bürgerlichen Gesellschaft. Damit eng verknüpft ist das Verhältnis der Zivilgesellschaft zum Staat, das wir uns anhand des Gebrauchs des “privaten” und der “öffentlichen” Vernunft erarbeiten wollen.

In dieser Woche geht es schließlich ganz um das Verhältnis von Staat und Zivilgesellschaft. Mit dem Text des französischen Liberalen Benjamin Constant, betrachten wir eine klassisch “liberale” Perspektive auf Gesellschaft und setzen sie in Zusammenhang mit ihrem historischen Ursprung. Im Vordergrund steht damit das bürgerliche Verständnis der “Freiheit in der Moderne” gegenüber der antiken Gesellschaft.

In der letzten Einheit beschäftigen wir uns mit der Bedeutung von Freiheit und Geschichte bei Hegel. Hegel, als einer der wichtigsten Anknüpfungspunkte für Marx, bezeichnet Weltgeschichte als “den Fortschritt im Bewusstsein der Freiheit – ein Fortschritt, den wir in seiner Notwendigkeit zu erkennen haben”. Wir wollen uns erarbeiten, was denn eigentlich mit dieser vielzitierten Formulierung gemeint war und worin ihr immer noch vorhandenes Potential für eine marxistische Kritik der bürgerlichen Gesellschaft liegt.

Texte und sonstige Unterlagen bekommst du von uns zur Verfügung gestellt. Bei Fragen kannst du dich bei Julia unter julia.prassl@jungelinke.at melden.

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