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Gender Pay Gap gesunken: Erfolg oder Schein?

34 Prozent. So hoch ist der Gender Pay Gap in Österreich. Das bedeutet, dass arbeitende Frauen im Schnitt ein Drittel weniger Einkommen zur Verfügung haben als Männer. Paradox dabei: in der Pandemie ist der Gender Pay Gap geringer geworden und es wirkt, als hätte die Krise Frauen geholfen, höhere Löhne zu bekommen. Aber der Schein trügt. Die Gehälter der Frauen sind nicht bemerkenswert gestiegen. Im Gegenteil: In der Krise haben viele niedrig qualifizierte und schlecht bezahlte Frauen ihre Jobs verloren. Diese scheinen jetzt in der Statistik nicht mehr auf, weil sie gar kein Gehalt mehr bekommen. So ist der Gender Pay Gap zwar kleiner geworden, aber die Ungleichheit bleibt bestehen.

Der Einkommensunterschied hat verheerende Folgen für Frauen: finanzielle Abhängigkeit vom Partner, höhere Altersarmut und die Gefahr von sozialem Ausschluss. Und das, obwohl Frauen insgesamt weniger freie Zeit zur Verfügung haben als Männer. Wie sich das erklären lässt? Frauen stemmen immer noch den Großteil der unbezahlten Kinderbetreuung, Haus- und Pflegearbeit. Und sie werden dadurch in die Teilzeitarbeit gedrängt: 78 Prozent aller Mütter mit Kindern unter 15 Jahren arbeiten in Teilzeit. Dazu kommen Karenzzeit und dass Jobs, die vermehrt von Frauen ausgeführt werden, wie Pflege, Handel oder Dienstleistungsberufe, noch immer viel niedriger bezahlt werden als andere Berufe.

Um den Gender Pay Gap zu schließen braucht es gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit. Doch das allein reicht nicht. Die ökonomische Diskriminierung von Frauen, kann nur enden, wenn verstaubte Rollenbilder abgeschüttelt und Kindererziehung, Pflege- und Hausarbeit nicht mehr als „natürliche“ und unbezahlte Arbeit von Frauen, sondern als gesellschaftliche Aufgaben angegangen werden – mit gleichberechtigter Aufteilung der Hausarbeit zwischen Männern und Frauen und kollektiver Kinderbetreuung.

Teresa Petrik erklärt im Mosaik Blog, warum der Pay Gap nur ein Teil des Problems ist.

Die Sozialistin Helke Sander prangerte in einer Rede im Jahr 1968 die Verdrängung der Frauen in das Private an.

Ökonomin Katharina Mader spricht im Podcast “Kein Katzenjammer” über den Gender Pay Gap.

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