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Das eigene Zuhause: Der gefährlichste Ort für Frauen

Warum machen wir als Junge Linke einen Aktionstag gegen Gewalt an Frauen

- 3 Thesen zu häuslicher Gewalt

These 1: Gewalt gegen Frauen ist hausgemacht

Das eigene Zuhause ist der gefährlichste Ort für Frauen in Österreich. Österreich hat die höchste Frauenmordrate in Europa – das bedeutet nirgends sind unter den Mordtaten so viele Opfer weiblich wie in Österreich. Oder anders: die Österreichische Justiz und Polizei sind gut darin Morde zu verhindern, aber nicht wenn es um Frauen geht die von Ehemännern, Partnern, Bekannten ermordet werden. 90 Prozent aller Gewalttaten gegen Frauen werden in der Familie und im nahen Umfeld begangen. Jede fünfte Frau ist von Gewalt durch ihren Ehemann oder Ex-Partner betroffen. Das bedeutet: momentan ist das eigene Zuhause der gefährlichste Ort für Frauen. 

Häusliche Gewalt ist dabei nicht nur ein kleiner Teil des Problems sondern die Hauptursache für Tod und Verletzung von Frauen zwischen 16 und 44 Jahren in Europa. Frauen zwischen 16 und 44 Jahren erleiden durch häusliche Gewalt mehr Verletzungen und Tod als zB durch Verkehrsunfälle oder Krebs. Häusliche Gewalt ist damit eines der größten Probleme von Frauen in Österreich – und dafür gibt es erstaunlich wenig Bewusstsein in Politik, Schule und Gesellschaft. 

Aber auch wenn das Problem groß ist, die gesellschaftliche Debatte darüber ist sehr klein und das Problembewusstsein in der Politik gering. Die Rechten schaffen es Gewalt gegen Frauen als Gewalt auf der Straße umzudichten, und damit Stimmung gegen “Ausländer” zu machen. Geht es um Gewalt gegen Frauen denken die meisten Menschen zuerst an eine Vergewaltigung in einer dunklen Strasse. Doch die Źahlen zeigen deutlich: Gewalt erfahren Frauen vor allem im engsten Umfeld, kaum auf der Straße. Vor diesem Hintergrund stellen sich die Fragen: Warum werden Frauenhäuser bis heute nicht ausreichend finanziert? Warum gibt es so wenig öffentliche Kampagnen und Bewusstsein über Gewalt gegen Frauen? Warum berichten die Zeitungen über “Familiendrama” wenn ein Ehemann seine Frau getötet hat? 

These 2: Die Politik schaut zu 

Die alarmierenden Zahlen sind seit Jahren bekannt, aber die etablierten Parteien kehren das Problem weiter unter den Teppich. Es gibt noch immer zu wenige Plätze in Frauenhäusern in Österreich und viele Frauen müssen aus Platzmangel von Frauenhäusern abgewiesen werden. Laut der Istanbul-Konvention von 2014 muss jedes Land einen Platz pro 10.000 Einwohner*innen in einem Frauenhaus zur Verfügung stellen: in Österreich fehlen hier immer noch fast 100 Plätze. Frauen, die von Gewalt betroffen sind, fehlt in Österreich oft ein sicherer Zufluchtsort. Die etablierten Parteien schauen zu, wie Frauen in ihrem eigenen Zuhause von ihren Partnern misshandelt und getötet werden. Das muss aufhören! 

Aber es geht dabei noch um viel mehr. Durch wirtschaftliche und politische Ungleichbehandlung werden Frauen weiter in die finanzielle Abhängigkeit vom Mann getrieben. Besonders die rechten und konservativen Parteien machen sich dabei schuldig: ÖVP und FPÖ haben verstaubte Rollenbilder und versuchen Frauen wieder hinter den Herd zu drängen. Das macht es für Betroffene noch schwerer, sich von einem gewalttätigen Mann zu befreien. Der Gang ins Frauenhaus ist nicht mit Rosen gepflastert sondern ein beschwerlicher Weg und oft auch ein gefährlicher Schritt in die eigene Unabhängigkeit. Warum handelt die Politik nicht? Warum werden Kinder nicht schon frühzeitig, zB in der Schule für häusliche Gewalt sensibilisiert?

These 3: Für ein Leben frei von Angst – Was wir Jungen Linken wollen 

Wir wollen selbstbestimmt und frei von Gewalt leben. Jede Frau verdient ein Zuhause in dem sie sich wohlfühlt und ohne Angst leben kann. Zur Vorbeugung von Gewalt müssen wir früh ansetzen: Workshops in Schulen zu Rollenbildern, Gleichberechtigung und gewaltfreier Konfliktlösung müssen fest im Lehrplan verankert werden. Es braucht mehr Geld für Frauenhäuser und einen Ausbau von Männerberatungsstellen. Stoppen wir Gewalt gegen Frauen!

Wir Jungen Linken wollen: 

  • Ausreichend Geld für Frauenhäuser und Beratungsstellen für Frauen in Not
    Jeder Frau einen sicheren Ort!

Frauenhäuser sind nicht nur der letzte Zufluchtsort für Frauen vor häuslicher Gewalt, sondern auch gleichzeitig ein erster Schritt in ein unabhängiges Leben. Frauenhäuser leisten umfassende Arbeit zur Unterstützung von Frauen in Not. Oft fehlt es jedoch nicht nur an Budget, sondern zum Beispiel auch konkret an Übergangswohnungen für Frauen die nach einem Aufenthalt im Frauenhaus, ohne Job, mit Kindern alleine eine Wohnung in der Stadt suchen. 

  • Ausbau von Männerberatung
    Täterschaft verhindern!

Gewalt gegen Frauen ist das Resultat eines nicht erfüllbaren Männlichkeitsideals. Unter diesen Vorstellungen von Männlichkeit leiden auch Männer. Gegen häusliche Gewalt vorzugehen ist deshalb auch die Verantwortung von Männern. In der Männerberatung werden Männer dabei unterstützt ihr Verhalten zu reflektieren und in Folge zu verändern. Diese Beratungsangebote sollen ausgebaut werden, da sie einen wichtigen Beitrag zur Prävention von häuslicher Gewalt leisten.

  • Workshops zu Rollenbildern und Gewaltprävention an Schulen
    Gewalt vorbeugen – so früh wie möglich!

Das Bewusstsein für häusliche Gewalt muss schon früh geschaffen werden um langfristig einen Unterschied zu machen. Kommt es zu Hause zu Gewalt, so leiden darunter oft auch die Kinder, die die Situation nicht gut einschätzen können, sich ohnmächtig fühlen, oder sich gewalttätiges Verhalten der Erwachsenen zum Vorbild nehmen. Die Schule soll hier ein wichtiger Ankerpunkt sein, Information und Hilfestellungen zu bieten, aber auch um das eigene Verhalten zu hinterfragen und einen respektvollen Umgang mit Mitmenschen zu üben. 

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