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53 – Glücksspiel

Neben der Corona-Pandemie bestimmt wieder ein Thema die österreichische Innenpolitik: Korruption. Heinz-Christian Strache hat sich ja in Österreich schon mit vielen Sagern in der Geschichte festgeschrieben, der Satz “ Novomatic zahlt alle!” wird uns vermutlich auf lange nicht mehr verlassen. Auch bei den jüngsten Ermittlungen gegen Finanzminister Gernot Blümel geht es um mögliche Spenden vom Glückspielkonzern Novomatic an die ÖVP. Mit Eva Glawischnig hat die ehemalige Parteichefin der Grünen, den selbsternannten Erzfeinden des kleinen Glücksspiels, schlussendlich auch ihren Versorgungsposten bei Novomatic bekommen. Kurzum: Vieles deutet darauf hin, dass Strache auf Ibiza damals nicht übertrieben hat.

Und wenn man sich umblickt: Glücksspiel ist in Österreich allgegenwärtig. Verlässt man die Hauptstraßen oder Innenstädte, reiht sich oft Automatencafe an Wettbüro – in vielen Gegenden gibt es kaum andere Lokale. Unsere Fußball-Bundesliga trägt den Namen von einem Wettanbieter, die Motorsportlegende Niki Lauda hat man bis zum Schluss nie ohne Novomatic-Kapperl gesehen. Im Glücksspiel scheint furchtbar viel Geld zu sein – ein riesiger Kuchen, von dem viele etwas abbekommen.

Aber so harmlos und spaßig die Industrie auch versucht, ihre Automaten und Fußballwetten zu vermarkten, so riesig sind die Schattenseiten. Glücksspielsucht zerstört Existenzen, verursacht unsägliches Leid und kostet sogar Menschenleben. In dieser Podcast Folge möchten wir deswegen etwas zurücktreten und diesen Komplex von Macht, Geschäften und Sucht entschlüsseln. Wie ist Glücksspiel in Österreich organisiert? Wie mächtig ist Novomatic? Und wer sind die Leidtragenden von diesen Milliardengeschäft – also die pathologischen Spieler und Spielerinnen?

Darüber spricht Flora mit Helena Reimitz, sie war im Landesvorstand der Jungen Linken Wien und arbeitet jetzt als Sozialarbeiterin in der Suchberatung in Deutschland

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