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Orte des Gedenkens in Favoriten

Ein entsprechender Gedenkspaziergang fand am 30.01.21 statt.

1. Keplergasse 9

Der Stolperstein in der Keplergasse 9 erinnert an Severin Shmuel Mahrer. Er wurde am 5. März 1941, gemeinsam mit 999 weiteren Menschen, nach Modliborzyce in ein jüdisches Ghetto deportiert. Die Insassen des Ghettos wurden am 8.10 1942 in ein Vernichtungslager gebracht.

2. Wielandpark

Dieser Stein der Erinnerung bezieht sich auf das Schicksal der Familie Mühlstein/Ullmann

Auf dem Stein steht geschrieben:

ZUM GEDENKEN AN EINE FAMILIE, DIE BIS 1938 GLÜCKLICH IN DER PERNERSTORFERSTR. 19 GELEBT HAT. SIE WURDE VON DEN NAZIS ZERSTÖRT UND NIE WIEDER VEREINT.

Rosa Mühlstein wurde am 4. Juli 1901 geboren. 1943 wurde sie vom NS-Regime im KZ Auschwitz ermordet.

3. Ernst-Kirchweger-Haus – Wielandgasse 2–4

Das Haus zierte in der Vergangenheit eine Plakette, die an zwölf hingerichtete kommunistische Funktionäre erinnern sollte. Heute befindet sich die Tafel im Inneren des Hauses und ist nicht mehr öffentlich zugägnlich.

Das Ernst-Kirchweger-Haus erinnert mit seinen Namen an den KZ-Überlebenden und Kommunisten Ernst Kirchweger. Er wurde bei den Protesten 1965 gegen den nationalsozialistischen Historiker Taras Borodajkewycz von Neonazis tödlich verletzt.

4. Raaber-Bahn-Gasse/Ecke Scheugasse

Erwin Maxa wurde am 20. August 1910 in Wien geboren und arbeitete in einem Elektrobetrieb am Wiener Ostbahnhof. Er war Kassier einer kommunistischen Zelle und verteilte Flugblätter an deren Mitglieder. Am 23. September 1941 wurde er festgenommen und am 4. Mai 1942 im KZ Groß-Rosen ermordet

5. Gudrunstraße 153

Die Gedenktafel bei der Straßenbahnremise erinnert an sieben Antifaschisten die durch die Nazis ihr Leben verloren haben. Ihr Verbrechen war es, Geld für Familien von inhaftierten WiderstandskämpferInnen zu sammeln.

6. Quellenstraße 33

Hier wohnte und lebte Lepoldine Sicka (geb. 20.11 1924) Sie war für den kommunistischen Jugendverband tätig, wo sie Jugendführerin für die Bezirke 10 ,11 und 12 war. Außerdem war sie Mitglied in der Gruppe Soldatenrat, welche das Ziel hatte, mit Feldpostbriefen Wehrmachtsoldaten zur Desertion zu bringen. Mit 19 Jahren wurde sie von den Nazis im Wiener Landesgericht geköpft.

7. Quellenstraße 72

In diesem Haus war die ehemalige tschechische Komensky-Schule. Sie war eine der tschechischsprachigen Schulen für die Kinder der „ Ziegelbem“. Die Nazis haben dem tschechischen Schulwesen schnell ein Ende gesetzt und die Vereine aufgelöst. An der ehemaligen Schule befindet sich heute eine Gedenktafel, die an die von den Nationalsozialisten ermordeten, tschechischen und slowakischen WiderstandskämpferInnen erinnert.

8. Hasengasse 35-37

Eine schlichte Tafel am Gemeindebau erinnert an Franz Kalis, Karl Krivanek und Johann Sokopp. Diese waren Mitglieder der KPÖ und wurden als Widerstandskämpfer wegen Vorbereitung zum Hochverrat im Landesgericht Wien enthauptet

9. Gudrunstraße 187

An der Adresse stand früher das Fabriksgebäude der Brown-Boveri-Werke. Heute hängt an dem Neubau eine Gedenktafel, die an die ermordeten Widerstandskämpfer erinnert. Diese leiteten im Betrieb eine Widerstandszelle gegen das Nazi-Regime.

Die Tafel trägt die Inschrift:

„Sie kämpften und starben, damit wir leben können
Degenhardt Josef / Friedrich Johann / Keckner Rudolf [sic!] / Muzik Anna / Steger Ferdinand / Stillner Friedrich / Weinfurter Leopold
Niemals vergessen
Die Belegschaft der österr. Brown-Boveri Werke“

10. Reumannplatz

Das 1981 errichtete Denkmal erinnert an die Opfer des Faschismus  für Österreichs Freiheit und Unabhängigkeit. Dabei sind die Namen von Konzentrationslagern eingraviert. Interessant an diesem Denkmal ist die Eingrenzung des Faschismus. Die Jahreszahlen an der Spitze der aufgetürmten Steinquader (1934–1945) machen die Kontinuität von Austrofaschismus und Hitlerfaschismus deutlich und geben einen Hinweis auf eine kommunistisch-sozialdemokratische UrheberInnenschaft der Inschrift.

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